Bad Schwartau und die Wildtiere

waschbären in bad schwartau

Mehr Marderhunde, Waschbären, Füchse und Wildschweine – warum Bad Schwartau als Lebensraum für viele Wildtiere immer verlockender wird.

Die Mitglieder des Bad Schwartauer Umweltbeirates haben sich mit Wildtieren in der Stadt beschäftigt. „Noch vor Jahren hatten sich die Wildkaninchen fast zu einer Plage entwickelt“, berichtete Stadtjäger Gert Kayser, doch Myxomatose, eine Viruserkrankung, und Chinaseuche hätten fast alle Kaninchen nicht überlebt, so der Waidmann.

Immer mehr Marder in Städten

Ein völlig anderes Bild ergebe sich bei den Steinmardern. „1950 hat es noch keinen Marder im Stadtbereich gegeben“, sagt Kayser. Doch die knicklose Feldflur mit einem begrenzten Nahrungsangebot habe dazu beigetragen, dass sich die Marder auch in Städten wohlfühlen. „Das Vorkommen steigt von Jahr zu Jahr.“ In Bad Schwartau werden nach Angaben des Stadtjägers pro Jahr 50 Steinmarder überfahren.

Gesteigertes Vorkommen von Waschbären

„Das Rehwildaufkommen wird sich auf 25 Stück belaufen“, schätzt Gert Kayser. „Wer Rehe nicht im Garten haben will, muss sein Einzäunung auf eine Höhe von zwei Metern erhöhen.“
Unerwartet angestiegen sei im vergangenen Jahr das Vorkommen von Waschbären. 14 Tiere musste Kayser erlösen, die bei Verkehrsunfällen schwer verletzt wurden. Einzelgänger wie Hermelin, Mauswiesel oder Iltis kämen vereinzelt vor. Marderhunde leben ebenfalls in Bad Schwartau. Vor einigen Wochen wurden zwei Marderhunde von Autos überfahren.

Vorsicht vor Wildschweinen

Auch Füchse suchen zur Nachtzeit das Stadtgebiet auf. „In vielen Gärten, in gelben Säcken oder auf Terrassen mit Katzenfutter finden sie ein abwechslungsreiches Mahl“, so Kayser.
Besondere Aufmerksamkeit gilt derzeit den Wildschweinen. Im Februar und März gibt es Nachwuchs bei den Schwarzkitteln. „Aus diesem Grund sollte man bei einem Spaziergang immer den Vierbeiner an der Leine führen“, erklärt der Stadtjäger. Eine verärgerte Wildschweinmutter könne einen Hund schwer verletzen oder sogar töten. Den Vorwurf, dass in den Schwartauwiesen hinter dem Kurpark bisher keine Wildschweine erlegt wurden, entkräftet Kayser. „Es kann nur geschossen werden, wenn bei Schussabgabe kein Mensch verletzt werden kann. Schließlich kann eine Gewehrkugel auch auf 1000 Metern noch tödlich sein.“

 

Foto: Im Bad Schwartauer Stadtgebiet wurden im vergangenen Jahr 14 Waschbären schwer verletzt.

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