Erinnerungen an Heinrich Gahl

Die Stadt Reinfeld hat viele berühmte Persönlichkeiten hervorgebracht. An einen, der nicht mehr in aller Munde ist, will das Heimatmuseum Reinfeld mit einer Vitrine erinnern: Heinrich Gahl.

Der einstige Landschullehrer in Havighorst war 1907 nicht nur Gründer des Deutschen Volks- Schauspielhauses, dem Vorläufer des späteren Ohnsorg- Theaters, sondern hat der Nachwelt mit 41 Theaterstücken in plattdeutscher Sprache, elf Novellen und Romanen, 187 Geschichten und 531 Gedichten einen umfangreichen literarischen Schatz hinterlassen. Entsprechend dick ist ein Ordner mit Unterlagen über Heinrich Gahl, die kürzlich dessen Enkel Jürgen Gruhl dem Heimatmuseum vorbeigebracht hat. Als Kind hat der inzwischen 89-Jährige zusammen mit dem Schriftsteller in Reinfeld gewohnt.

Gründer des Hamburger Volksschauspielhauses

Heinrich Gahl, an den heute noch ein Grabstein auf dem Reinfelder Friedhof erinnert, wurde 1868 in Wolgast geboren. Seine Leidenschaft gehörte der plattdeutschen Sprache, die er für Lustspiele verwendete, in denen er teilweise selbst mitgespielt und längst nicht nur bei den Reinfeldern für Lachtränen gesorgt hat. Die Gründung des Hamburger Volksschauspielhauses im Jahr 1907 war ein Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens. Er leitete das Theater, das später von Doktor Ohnsorg übernommen wurde, zwei Jahre lang, widmete sich danach aber wieder seinem Lehrerberuf.

Vortragsreisen durch das niederdeutsche Sprachgebiet

Jährlich unternahm er zwei Vortragsreisen durch das niederdeutsche Sprachgebiet von Rotterdam bis nach Stettin. Mehr als 200 Vorträge in 40 Städten hat er gehalten, darunter im Kreise der königlichen Familie in Den Haag, dessen Prinz Heinrich schließlich Mecklenburger war.

Heinrich Gahl verbrachte Lebensabend in Reinfeld

Seinen Lebensabend verbrachte Heinrich Gahl von 1932 an in Reinfeld. Er wohnte zuerst in der Hamburger Straße 2, dann im Bischofsteicher Weg 15 und schließlich in der Schillerstraße. Heinrich Gahl verstarb 1954 im Alter von 85 Jahren. PD

 

Foto: Jürgen Gruhl (89) war 25 Jahre alt, als sein Großvater Heinrich Grahl verstarb, der das alte Fachwerkhaus gezeichnet hatte. PD ©

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