„Die Stimmung hat sich gebessert“

Rund 300 Gäste besuchten den Neujahrsempfang in den Eutiner Schlossterrassen.

Schlange stehen hieß es am Sonntag traditionell für die rund 300 Gäste beim Neujahrsempfang von Stadt und Aufklärungsbataillon in den Eutiner Schlossterrassen. Man reihte sich ein, um Bürgermeister Carsten Behnk mit Ehefrau Marina, Bürgervorsteher Dieter Holst und Kommandeur Alexander Radü persönlich die Hand zu schütteln. Aus dem Defilee heraus stach vor allem die Abordnung der Eutiner Schützengilde, die mit einer „zackigen Meldung“ auf sich und ihr 350-jähriges Jubiläum, das sie 2018 groß feiert, aufmerksam machte.

Eutiner Haushalt um sechsstellige Summe entlastet

In seiner Begrüßung bezeichnete Behnk 2017 als Jahr der konsequenten Verstetigung und Beruhigung. Nach vielen Kontroversen im ersten Halbjahr – von der Auseinandersetzung um den Ausbau der Peterstraße bis zum Abriss des Haus des Gastes – habe man inzwischen zu einer konzentrierten Befriedung gefunden. „Die Stimmung hat sich gebessert“, so Behnk. Auch 2018 werde Eutin von der Multiprojektlage geprägt sein. Der Bürgermeister nannte unter anderem den Ausbau am Rosengarten, die Neugestaltung des ZOB, die geplante Drei-Feld-Halle und die Sanierung der Schlossterrassen als kommende Herausforderungen. „Ich wünsche der Stadt weise, mutige und zügigen Entscheidungen“, betonte der Chef der Stadtverwaltung, der sich auch beim Kreistag für die Absenkung der Kreisumlage bedankte: „Damit wird unser Haushalt um eine sechsstellige Summe entlastet. Bleibt zu hoffen, dass auch der Kommunale Finanzausgleich vom Land so umgebaut wird, dass Eutin seine Aufgaben als Mittelzentrum erfüllen kann.“

Dank an ehrenamtlich Tätige

Dieter Holst begann seine Rede mit einem Dank an die ehrenamtlich Tätigen, „ohne die unser gesellschaftliches Leben sehr viel ärmer wäre. Mit ihnen und durch sie gibt es viele Möglichkeiten, seine Freizeit auszufüllen und seinen Interessen nachzugehen“. Dies gelte auch für Flüchtlinge und Asylsuchende. „Sie finden in Vereinen und durch Ehrenamtler Möglichkeiten, uns im Alltag kennenzulernen“, so der Bürgervorsteher. Er warnte davor, Angst vor Fremden und Missgunst zu schüren, und rief zur Integration und zum gegenseitigen Kennenlernen auf, denn: „Dem Bekannten traut und vertraut man eher als dem Fremden.“

Landesgartenschau ermöglichte Stadtkernsanierung

Dieter Holst kritisierte die „besondere Eutiner Eigenschaft“, Maßnahmen, die troffen werden, schlecht zu reden. „Es gibt Grundsatzentscheidungen, bei denen sich grundsätzlich unterschiedliche Lösungansätze anbieten. Da wünsche ich den Beteiligten eine sachgerechte Diskussion und die Vermeidung persönlicher Auseinandersetzungen“, sagte Holst mit Blick auf die Eutiner Schulpolitik und das Haus des Gastes. Und dies sei durchaus auch selbstkritisch gemeint. Er erinnerte außerdem daran, dass ohne die Landesgartenschau, die ein Defizit von 3,3 Millionen Euro eingefahren habe, keine Stadtkernsanierung möglich gewesen wäre. Unterm Stich sei sie daher ein Gewinn. Und: Wer Eutin modernisieren wolle, müsse auch immer Veränderungen hinnehmen.

Sana Klinik: Konzept für den Standort Eutin

In puncto Sana-Klinik betonte der Bürgervorsteher: „Ob Sanierung oder Neubau – eines ist gewiss: Das Krankenhaus gehört nach Eutin!“ Kreispräsident Ulrich Rüder zeigte sich schon kritischer. „Der Kreistag hat Sana unmissverständlich aufgefordert, die Gesundheitsversorgung in Ostholstein aufrecht zu erhalten. Das bis März in Aussicht gestellte Konzept für den Standort Eutin erwarten wir dringend!“

Viel Lob an Stadt und Bürger

Viel Lob an Stadt und Bürger gab es von Alexander Radü. Der Kommandeur der Rettberg-Kaserne findet die Normalität, mit der die Soldaten in Eutin verankert sind, grandios. „Wir sind mittendrin statt nur dabei – das ist ein Geschenk!“ Radü kündigte an, dass sich bis 2020 kontinuierlich zehn bis 20 Soldaten des Bataillon in Auslandseinsätzen befinden und in Afghanistan, im Nord-Irak und bei der NATO Schlüsselpersonal stellen werden. Am 21. und 22. September feiert das Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ seinen 60. Geburtstag. Allerdings ohne Radü, der das Kommando im April abgibt. vg

 

Foto: Die Gastgeber Alexander Radü (links), Dieter Holst (Mitte) und Carsten Behnk freuten sich über den Besuch der Sternsinger und steckten Flora von der Bank und Pia Hermes etwas Geld in die Spendenbüchse. © Graap

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