Siedlergemeinschaft Travemünde in Sorge

Kommt mit den neuen Bauvorhaben der große Rückstau am Teutendorfer Weg?

„Sobald der neue Parkplatz in Betrieb genommen wird, muss die Lösung stehen“, fordert Ulrike Frings. Gemeinsam mit einigen Nachbarn vertritt sie die Siedlergemeinschaft Travemünde, immerhin 260 Menschen. Ihre Sorge: Dass sich mit dem Bauprojekt auf dem ehemaligen Großparkplatz Baggersand die Verkehrsströme so ändern, dass man aus der Teutendorfer Siedlung kaum noch herauskommt.

Wohnbebauung auf dem Großparkplatz Baggersand

Wer derzeit die großflächige Siedlung mit dem Auto verlässt, fährt den Teutendorfer Weg entlang und biegt dann links in die vorfahrtberechtigte Travemünder Landstraße ab. Praktisch heißt das: Man muss warten, bis von links und rechts keiner mehr kommt, und kann dann fahren. Kein Problem bislang, denn die Landstraße ist seit der Hafenerweiterung mehr oder weniger eine Sackgasse ohne viel Verkehr. Doch mit den vielen Travemünder Bauprojekten ändert sich die Situation genau an der Einmündung, auf die die Siedler angewiesen sind. Gegenüber auf dem Großparkplatz Baggersand entsteht eine massive Wohnbebauung. Mit 270 Tiefgaragenplätzen, zählt Ulrike Frings auf. Und die müssen an besagter Ausfahrt vorbei. Weiter wird der Parkplatz zu den Bahngleisen verlegt, die Bauarbeiten sind bereits in Gange. Zu- und Abfahrt des neuen Großparkplatzes führen an der Ausfahrt des Teutendorfer Weges vorbei. Rund 400 Plätze seien das, sagt Ulrike Frings. Plus 100 Sommer-Parkplätze, die in den alten Hallen am Baggersand eingerichtet wurden.

Wachsende Zahl der Priwall-Urlauber

Doch damit nicht genug: Die wachsende Zahl der Priwall-Urlauber nahm bisher von der Fähre kommend den Weg über den Parkplatz Baggersand, um aus Travemünde hinauszukommen. Wenn das Parkplatz-Gelände bebaut ist, fahren sie über eine neue Stichstraße außen rum – vorbei an der Ausfahrt Teutendorfer Weg. Da fallen die zusätzlichen Bewohner, die bald aus Richtung Ostseestraße kommen, kaum noch ins Gewicht. Die ehemalige Ostsee-Akademie soll bekanntlich abgerissen werden und Eigentumswohnungen weichen. Sobald der neue Parkplatz Baggersand fertig ist und der alte Parkplatz geschlossen wird, dürfte also eine Menge mehr los sein an der Ausfahrt Teutendorfer Weg. Die Siedler wandten sich angesichts des drohenden Rückstaus an den Travemünder CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Thomas Thalau und erläuterten bei einem Termin vor Ort ihre Sorgen.

Mobilitätskonzept sieht Ampelanlage vor

Zwar sieht das derzeit diskutierte Mobilitätskonzept an der Einmündung eine Ampelanlage vor, doch so etwas dauert bekanntlich. Zumal in der Nähe ein Bahnübergang ist, was die Sache komplizierter macht. „Da muss man fordern, dass diese Ampel nicht erst in zehn Jahren gebaut wird“, sagt Thomas Thalau. „Die Ampel muss dann erstellt werden, wenn das Projekt hier in Angriff genommen wird.“ Er versprach, im Bauausschuss zu allen mit den Vertretern der Siedler diskutierten Lösungsmöglichkeiten eine Anfrage zu stellen. Dazu zählen eine Änderung der Vorfahrtsregelung, die Ampelanlage, ein Kreisel und auch eine Änderung des Straßenverlaufs zwischen Bahnschranken und Lebensmittelmarkt hindurch zum Gneversdorfer Weg, so dass die kritische Einmündung gleich ganz umgangen wird. „Gegebenenfalls wird auch ein Prüfauftrag in der Bürgerschaft gestellt“, versprach Thomas Thalau den Siedlern. HN

 

Foto: Kommen die Siedler bald nicht mehr aus ihrem Quartier? In Vertretung der Siedlergemeinschaft erläuterte Anwohnerin Ulrike Frings dem CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Thomas Thalau ihre Sorgen. © HN

 

 

 

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