Die Weihnachtsgans hat wieder Konjunktur

 

Nach der Vogelgrippe im vergangenem Jahr können Geflügelzüchter nun wieder aufatmen und das Weihnachtsgeschäft für sich nutzen – so auch der Lübecker Geflügelhändler Sven Bösso.

Nein, besonders viel Freude hat die Vorweihnachtszeit den Geflügelzüchtern und -händlern im vergangenen Jahr nicht gemacht. Die Vogelgrippe war in aller Munde und hat manchem Landwirt schlaflose Nächte bereitet. Über einem der beliebtesten Festessen, der Weihnachtsgans, lag plötzlich der Schatten des Zweifels. „Es waren sehr beratungsintensive Wochen, in denen wir unsere Kunden von der Unbedenklichkeit unserer Ware überzeugen mussten“, erzählt der Lübecker Geflügelhändler Sven Bössow, der mittwochs und sonnabends mit seinem Stand auch auf dem Eutiner Wochenmarkt vertreten ist.

Geflügelpreise bleiben stabil

„Unser Vorteil war, dass wir über 100 Jahre am Markt sind und uns über drei Generationen eine Stammkundschaft aufgebaut haben, die uns vertraut“, betont Bössow. Dennoch habe sich manch kritischer Verbraucher hinsichtlich des Weihnachtsessens umgestellt. Ein Jahr später ist das Thema ausgestanden. „Auch wenn sich das Geflügelangebot allgemein verknappt hat, bleiben bei uns die Preise stabil“, verspricht Bössow. Und das liegt auch daran, dass die Firma die Tiere seit 40 Jahren vom selben Züchter bezieht. „Es handelt sich um Freiland-Gänse aus artgerechter Freilandhaltung vom Hof Bimöhlen im Kreis Segeberg“, erläutert der Geflügelexperte. „Die Zucht wird mit großen Aufwand betrieben. Im Sommer kommen die Gänse auf die Weide, bleiben dort bis kurz vor Weihnachten und werden dann geschlachtet – so wie vor 100 Jahren“, sagt Bössow und fährt fort: „Ihnen stehen vier Hektar Grasland zur Verfügung. Sie haben Platz zum Laufen und setzen nicht so viel Fett an. Das gesunde, langsame Wachstum garantiert höchste Fleischqualität.“

Gänsekeulen oder Gänsebrust von Familie Bössow

Familie Bössow selbst genießt den Gänsebraten traditionell nur einmal im Jahr am zweiten Weihnachtstag, Heiligabend gibt es Ente. „Wir mögen den Gänsebraten klassisch mit Apfel- und Mandelfüllung und gutem Rotkohl dazu“, berichtet Sven Bössow. Wer es allerdings weniger aufwendig und vor allem weniger üppig mag, erhält bei Bössow auch nur Gänsekeulen oder Gänsebrust. „Es gibt immer mehr Single-Haushalte, die sollen zu Weihnachten auch auf etwas Gans nicht verzichten müssen.“ vg

 

 

Foto: Es muss nicht immer der große Braten sein. „Wir haben auch Gänsekeulen oder Gänsebrust im Angebot“, sagt Sven Bössow. © Graap

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