Für die Seeleute unterwegs

90 Prozent der Güter werden auf den Meeren dieser Welt transportiert. Auf der Ostsee und anderswo. Dafür sind die Seeleute oft monatelang fern der Heimat. Die Seemannsmission ist wichtiger Ansprechpartner in den Häfen – so auch in Lübeck.

Nachmittags in den Räumen der Seemannsmission am Lehmannkai 2. Das Telefon klingelt. „Hier ist der Kapitän. Können Sie vorbeikommen und Telefonkarten mitbringen?“ Katharina Bretschneider, Diakonin der Seemannsmission, macht sich auf den Weg. Telefonkarten sind wichtig für die Seeleute. Mit ihnen halten sie Kontakt zu ihren Familien und Freunden. Unterwegs auf dem Meer ist dies oft nicht möglich. Auf vielen Schiffen gibt es noch kein Internet für die Crew. Und dann entspinnen sich an Bord Gespräche mit dem Seemann. Über das Baby, das gerade geboren wurde und das man bisher nur vom Foto kennt. Über die Ehefrau, die jeden morgen einen Gruß postet. Über die Heimat, die man vermisst.

Motto der Deutschen Seemannsmission

„Support of seafarers‘ dignity“ – das ist das Motto der Deutschen Seemannsmission. „Wir setzen uns für die Würde der Seeleute ein – und dies unabhängig von der Religion, der Hautfarbe und der Nationalität“, erklärt Bärbel Reichelt, Theologin der Seemannsmission. „Es ist wichtig, für die Menschen dazusein, die einen Großteil der Güter transportieren, die unser Leben so reich machen, und die selbst dabei auf den Meeren doch so unsichtbar bleiben.“

Seemannsmission führt Seelsorgegespräche durch

Besuche an Bord gehören zu den Aufgaben der Seemannsmission. Zeitungen und Telefonkarten vorbeizubringen. Dazusein für Gespräche, sei es ein Plausch, sei es etwas, das schon lange auf der Seele lastet. „Manchmal hilft auch eine kurze Einkaufstour weiter, da die Zeit im Hafen knapp und das nächste Geschäft weit ist“, berichtet Katharina Bretschneider. „Wir stehen bei Notfällen für Seelsorgegespräche bereit, besuchen Seeleute im Krankenhaus und halten den Kontakt zu allen, die mit dem Hafen zu tun haben.“

Seemannsclub am Lehmannkai 2

Wichtig für die Seeleute ist auch der Seemannsclub am Lehmannkai 2, ein gemütlicher Raum mit Sofaecke, freiem WLAN, einem Billardtisch, Musik und der Möglichkeit, ein Bier oder einen Saft zu trinken. Hier können die Seeleute abschalten vom Alltag an Bord, mit ihrer Familie skypen oder Gespräche mit den Mitarbeitern führen. 15 Ehrenamtliche betreuen den Club. Sie haben an vier Abenden in der Woche für die Seeleute geöffnet, holen sie von Bord ihrer Schiffe und bringen sie nachts zurück, denn der Weg zu den einzelnen Lübecker Häfen ist weit. „Ohne das Engagement der Ehrenamtlichen wäre diese Arbeit gar nicht möglich“, so Katharina Bretschneider und Bärbel Reichelt. „Wir freuen uns über weitere, die mithelfen wollen.“

Gründung der Deutschen Seemannsmission

Die Deutsche Seemannsmission in Lübeck wurde 1906 gegründet und finanziert sich u.a. über Spenden. Im vergangenen Jahr wurden bei Bordbesuchen 1.750 Seeleute angesprochen. 800 Seeleute besuchten den Club. Weitere Informationen gibt es unter  www.seemannsmission-luebeck.de.
Foto: Katharina Bretschneider (v.l.) und Bärbel Reichelt von der Deutschen Seemannsmission in Lübeck. © hfr
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Eine Antwort auf „Für die Seeleute unterwegs“

  1. Volker Wiechmann sagt:

    Gut das es die Deutsche Seemannsmission gibt.

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