Neue Ausstellung im St. Annen Museum

Mit einer Sonderausstellung aus der Welt des Spielzeugs um die Jahrhundertwende macht das Museumsquartier St. Annen Lust auf Weihnachten – auf Wünsche von einst und die faszinierende Welt der Puppen.

Die Schau bietet einen Einblick in die Kinderzimmer zur Biedermeierzeit. Die meisten Exponate stammen aus der Privatsammlung von Sieglinde und Uwe Müller-Albrecht, zwei begnadeten Sammlern.

Die Welt des Biedermeier-Spielzeugs

Mehr als 60 Puppen und anderes Spielzeug haben die Müller-Albrechts in den vergangenen Jahrzehnten zusammengetragen. Sie gelten aus ausgemachte Experten in der Welt des Biedermeier-Spielzeugs. „Unter den bürgerlichen Weihnachtsbäumen der biedermeierlichen Zeit fand sich häufig eine detailgetreue Miniaturwelt wieder“, erklärt Dagmar Täube, Leiterin des St. Annen-Museums. „Kleine Küchen, Puppen und Kinderwagen bereiteten die Mädchen auf ihre spätere Rolle als Hausfrau und Mutter vor, während sich die Jungen auf Ankerbaukästen, Zinnsoldaten oder Steckenpferde mit Säbeln freuen konnten“, so Täube. „Dass wir dies auf faszinierende Weise zeigen können, haben wir vor allem den großzügigen Leihgaben von Sieglinde und Uwe Müller-Albrecht zu verdanken“, so die Museumsleiterin. „Ein großer Dank geht auch an die Possehl-Stiftung, der Stiftung Frau und Kultur, die Gemeinnützige Sparkassenstiftung und die Michael-Haukohl-Stiftung“, sagt Täube.

Wie lief früher die bürgerliche Weihnachtszeit ab?

Die detailreichen Exponate werden in drei Räumen gezeigt, die die Vorfreude auf Weihnachten nachempfinden. Vom Wünschen über das Warten in der spannenden Adventszeit bis zum Wundern am Heiligen Abend unter dem Tannenbaum vermittelt diese Ausstellung etwas von dem Glanz der bürgerlichen Weihnachtszeit früherer Tage. Dazu gehören Ensembles mit zahlreichen kleinen, manchmal winzigen Zubehörteilen zu Themen wie Schlafen, Baden, Kochen, Speisen und Nähen ebenso wie die Puppenküche der Familie Mann, Schiffe, Bilderbücher, Brettspiele und Papiertheater, die um die Jahrhundertwende gerade zu Weihnachten von der ganzen Familie bespielt wurden. Ein Adventskalender scheint täglich einen neuen Wunsch zu erfüllen und bietet zahlreiche Überraschungen für Groß und Klein. Präsentiert werden auch seltenere Stücke wie wilde Tiere aus Zinn, ein Globus, ein Segelschiff oder alte Sportgeräte.

Begleitheft zur Ausstellung „Die Welt des Spielzeugs“

Die in der Ausstellung gezeigten Exponate gehören einer Zeit an, zu der Kinderspielzeug das gesellschaftliche Rollenverständnis widerspiegelte. Darüber hinaus seien zu jener Zeit auch Brettspiele wie „Mensch Ärgere Dich nicht“ entstanden, so Täube. Bilderbücher weckten die Vorstellungen einer heilen Welt. „All dies galt jedoch lediglich für die Bürgerkinder, während Arbeiterkinder nicht selten bereits in frühen Jahren solche Spielzeuge in Heimarbeit herstellen mussten“, weiß die Museumsleiterin. Sie selbst hatten weder Kinderzimmer noch Spielzeug, an eine unbeschwerte Kindheit war für sie nicht zu denken. Die Ausstellung läuft bis zum 4. Februar 2018. Ein Begleitheft zur Ausstellung und ein interaktives Kinderheft sowie ein umfangreiches Rahmenprogramm mit klassischen Führungen, Gespräche mit den Sammlern, Angebote für Familien, Kindergärten und Schulklassen runden die Ausstellung ab. Preis für Erwachsene/Ermäßigte /Kinder: 7 / 3,50 / 2,50 Euro. jac

 

Foto: Die begnadeten Sammler Sieglinde und Uwe Müller-Albrecht mit „Rosemarie“, der Puppe aus den 40er Jahren.

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