Bürgermeisterwahl: Entscheidung zwischen Weiher und Lindenau

Bürgermeisterwahl 2017. Kathrin Weiher und Jan Lindenau gehen in die Stichwahl. Foto: Helge Normann, Email@HelgeNormann.de

Kathrin Weiher oder Jan Lindenau – wer übernimmt das Lübecker Bürgermeisteramt? Stichwahl ist am 19. November. Die Wahlbeteiligung lag unter 40 Prozent.

Es war schon 21 Uhr durch, und das Gedränge im Börsensaal des Lübecker Rathauses hatte etwas nachgelassen, als am Sonntagabend endlich die hundert Prozent auf der großen Leinwand erschienen. Alle abgegebenen Stimmen für die Bürgermeisterwahl waren ausgezählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 39,2 Prozent. Kathrin Weiher, die von einem bunten Bündnis aus BfL, CDU, Die Linke, FDP, Grünen unterstützt wird, lag mit 35,2 Prozent vorn. Gefolgt vom SPD-Kandidaten Jan Lindenau mit 29,5 Prozent, gegen den sie nun in die Stichwahl geht.

Detlev Stolzenberg erzielte gute Ergebnisse

Für Detlev Stolzenberg (20,4 Prozent), Thomas Misch (7,5 Prozent), Ali Alam (4,9 Prozent) und Joachim Heising (2,6 Prozent) ist der Wahlkampf damit vorbei. Besonders das sehr gute Ergebnis des unabhängigen Kandidaten Detlev Solzenberg überrasche allerdings viele politische Beobachter. „Das hat tatsächlich Lust und Energie für mehr gemacht“, sagte Stolzenberg, der die beiden Favoriten einiges an Stimmen gekostet haben dürfte. „Das Ergebnis von Frau Weiher ist tatsächlich sehr enttäuschend: 35 Prozent für ein Bündnis, das in der Bürgerschaft die Mehrheit hat“, sagte Stolzenberg. „Und Herr Lindenau unter 30 Prozent in einer SPD-Hochburg.“ Wohin seine Wähler nun tendieren werden, sei schwer zu sagen. Stolzenberg will jedenfalls keine Wahlempfehlung abgeben. „Aber wir wollen uns durchaus mit den Inhalten der beiden Kandidaten weiter auseinandersetzen, das hinterfragen und thematisieren.“ Ob er selbst in sechs Jahren noch einmal um das Bürgermeisteramt antritt, dazu wollte er sich am Wahlabend nicht äußern.

Stichwahl war voraussehbar

Im Team von Kathrin Weiher hatte man natürlich gehofft, dass es im ersten Wahlgang schon reicht, aber realistisch betrachtet natürlich gewusst, „dass die Stichwahl wahrscheinlicher ist“, sagte die Kandidatin. Nun geht es auch hier um die Stimmen der ausgeschiedenen Kandidaten: „Ich denke, dass wir zu den Freien Wählern eine große Nähe haben“, sagte Kathrin Weiher. Bekannt ist Weiher für ihren Humor, da kann sie sich auch Hoffnungen auf Stimmen von Ali Alam machen.

Stichwahl am Sonntag, 19. November

Dass die Stolzenberg-Wähler nun ins Weiher-Lager wechseln, glaubt Kathrin Weihers Stichwahl-Kontrahent Jan Lindenau nicht: „Denn wenn die Wählerinnen und Wähler die inhaltlichen Themen vergleichen, dann werden sie feststellen, dass die inhaltlichen Themen, die Herr Stolzenberg gesetzt hat, in vielen Bereichen deckungsgleich mit meinen Themen sind. Und bei Frau Weiher weit entfernt sind“, sagt der SPD-Kandidat. Lindenau ist mit dem ersten Wahlgang zufrieden: „Man muss ja sagen, das Bündnis um Frau Weiher hat ja von vornherein gesagt, sie strahlen eine Breite aus an Unterstützungen, so dass sie das versuchen im ersten Wahlgang zu schaffen. Deswegen finde ich das einen großen Erfolg, dass das schon mal gebrochen ist.“ In den kommenden 14 Tagen will er vor allen Dingen die Unterschiede deutlich machen. Gewählt wird dann am Sonntag, 19. November.

 

 

Foto: Am 19. November entscheidet sich, wer auf Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) folgt. Bei der Wahl am Sonntag setzten sich Kathrin Weiher und Jan Lindenau als stärkste Kandidaten durch. © Helge Normann

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