Stillleben: Ein Fest für die Augen

Die Eutiner „LiteraturGalerie 64“ zeigt in ihrer Herbstausstellung Werke von fünf Künstlern.

Ein Stillleben ist laut Duden die „bildliche Darstellung von Gegenständen in künstlicher Anordnung“. Das Genre hat seine lange Tradition, das nicht nur die alten Meister pflegten, sondern Künstler auch heute noch fasziniert. Die „LiteraturGalerie 64“, Plöner Straße 64, in Eutin widmet dieser Kunstform ihre aktuelle Herbstausstellung, die am Sonntag, 5. November, um 11 Uhr eröffnet wurde.

Moderne trifft Tradition

Die Galeristen Hilde und Hartmut Gewert haben lange geforscht, bis sie die passenden Maler für ihr Vorhaben fanden. „Wir waren auf der Suche nach Künstlern, die das Stillleben in den Mittelpunkt ihres Schaffens stellen“, erläutert Hilde Gewert. Drei Maler gestalten ihre Bilder eher auf die klassische Art, während Mirko Schallenberg aus Berlin mit seiner modernen Interpretation ein bisschen aus dem Rahmen fällt: Er setzt die Gegenstände neu und anders in Beziehung und betreibt ein hintersinnig-philosophisches Spiel mit Objekt und Komposition. „Das zeigt, was im 21. Jahrhundert mit dem Genre alles möglich ist“, so Hilde Gewert. Besonders reizvoll ist, dass sich in jedem Raum moderne und traditionelle Werke gegenüberstehen.

Die Schönheit der Dinge

Gemeinsam haben die Bilder die hohe Qualität und die fast fotorealistische Perfektion. „Bei den Arrangements kommt es den Künstlern weniger darauf an, die Bilder mit Bedeutungen aufzuladen, es geht ihnen mehr um die Ästhetik, um die Schönheit der Dinge“, betont die Galeristin. Daher trägt die Ausstellung auch den Titel „Dem Auge ein Fest“.

LiteraturGalerie 64: Künstler der Ausstellung

Ungeheuer plastisch wirken auch die Bilder von Till Warwas aus Bremen. Er gehört zur Gruppe der norddeutschen Realisten, die erst kürzlich im Ostholstein-Museum zu sehen waren. Im Sommer ist er Landschaftsmaler, im Winter spürt er dem Wesen der Dinge nach – mit Eleganz und Leichtigkeit. Alfred Baumann aus Bockhorn hat sich schon fast obsessiv dem Stillleben verschrieben. Seine Motive sind deutlich reduziert, an den Objekten nagt der Zahn der Zeit.Und dann ist da noch Uwe Westendorf aus Wismar, der mit altmeisterlicher Brillanz malt und in manchen Bildern ganze Geschichten erzählt.

Porzellankunst von Jutta Albert

Abgerundet wird die Bilderschau im Gewölbekeller der Galerie durch Porzellankunst von Jutta Albert aus Lübstorf. Sie gilt als eine der führenden Porzellankünstlerinnen in Deutschland. In ihren schwarz-weißen Gefäßen und Objekten verschmelzen Design, Funktion und Kunst miteinander. Sie spielt mit geometrischen Grundformen und der Symmetrie. Geöffnet ist die Herbstausstellung bis zum 3. Dezember sonnabends und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Telefon 04521/7648681. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos online unter www.literaturgalerie64.info

Foto: Hartmut und Hilde Gewert präsentieren lauter Stillleben, wie dieses Bild von Till Warwas. © Graap
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