Marke für Eutin – gibt’s die nicht schon?

Schon in der Einwohnerversammlung hat das Vorhaben für Kritik und Spott gesorgt: Die Stadt Eutin ist auf der Suche nach einer Identität und hat 100000 Euro für einen „Markenbildungsprozess“ in den Haushalt eingestellt – zunächst mit Sperrvermerk.

Es geht um die Erarbeitung eines imageprägenden Leitbildes und die Schaffung einer Wort- und Bildmarke. Dazu soll der Status Quo zur Marke Eutin analysiert, Experten vor Ort befragt, zu einer Bürgerwerkstatt eingeladen und schließlich ein Corporate Design entwickelt werden.

Die Grünen wollen den Prozess bremsen

„Wir sind für eine echte Beteiligung von unten, denn nur so kann ein neues Wir-Gefühl für Eutin auf den Weg gebracht werden“, betont Monika Obieray. „Wir schlagen vor, die 100000 Euro erst einmal ,einzufrieren’ und einen Wettbewerb zu starten, an dem sich alle Einwohner beteiligen können, natürlich auch Fachleute und Büros. Wir glauben, dass bei einer Dotierung mit 10 000 Euro seriöse und qualitativ hochwertige Vorschläge kommen werden.“ Die Auswahl soll am Ende eine Jury aus Wirtschaft, Kultur, Vereinen und sonstigen Eutiner Institutionen treffen – ohne Beteiligung der Politik, so Obieray.

Bedeutung des Eutiner Logos

Auf die günstigste Idee scheint noch niemand gekommen zu sein: Bereits in die Gestaltung des Logos der Landesgartenschau floss neben teurem Geld auch viel Gehirnschmalz. Damals hatten die Verantwortlichen festgestellt, dass vieles, was Eutin ausmacht, sich in der Grafik widerspiegelt, man also exzellent mit ihr für die Stadt werben kann. Das Logo hat die Form einer Blume mit Blütenblättern. Das Rot im Zentrum steht für den Altstadtkern, das Blau und Grün drumherum stellen Wasser und Natur dar, die Eutin umschließen. Vorteil Nummer zwei: Eingeführt ist diese Marke bereits: Zehntausende kennen das Signet von ihrem Eutin-Besuch oder aus der Werbung. In vielen Vorgärten findet sich das Logo als Holz-Stilblüte wieder. Wozu also gutes Geld, das man eigentlich nicht hat, für etwas ausgeben, was es schon gibt? Fragt Volker Graap

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