Hilfsfonds für verletzte Polizisten

Klaus Schlie übergibt Zuwendung an verletzte Polizistin Foto: afu

Gewaltattacken gegen Polizisten sind keine Seltenheit: Durchschnittlich ereignen sich in Schleswig-Holstein täglich drei Übergriffe. Mit Hilfs- und Unterstützungsfonds setzt die Polizei ein Zeichen gesellschaftlicher Solidarität.

„Irgendwas in unserer Gesellschaft läuft schief“, sagt Klaus Schlie angesichts der alltäglichen Gewalt gegen Polizeibeamte: 2016 gab es in Schleswig-Holstein 1268 Fälle von Widerstandshandlungen und Gewaltdelikten, in denen 441 Beamte verletzt wurden. Das sind durchschnittlich jeden Tag drei Übergriffe. „Die Vorfälle ereigneten sich im überwiegenden Teil bei dem „normalen“ Polizeidienst wie Präsenzstreifen, Familienstreitigkeiten, oder Festnahmen“, so der Landtagspräsident.

Hilfs- und Unterstützungsfonds für Polizeibeschäftigte und deren Familien in Not

Zu den Opfern gehört auch Tanja G. Die 25 Jahre alte Polizeiobermeisterin wurde am 30. April 2017 auf offener Straße bei einer Gewahrsamsnahme von einer offensichtlich psychisch kranken Frau körperlich so heftig attackiert, dass sie sich einen komplizierten Armbruch zuzog und fast ein halbes Jahr dienstunfähig war. Ihre körperlichen Wunden sind inzwischen gut verheilt. Und wie kommt sie psychisch mit dem Ereignis klar? „Ich sage mir immer wieder, dass die Frau psychisch krank war und gar nicht wusste, was sie tat“, erzählt die junge Frau. Am Montag überreichte ihr Klaus Schlie, der Vorsitzende des Hilfs- und Unterstützungsfonds für Polizeibeschäftigte und deren Familien in Not, einen Gutschein für einen achttägigen Kuraufenthalt in Oberstdorf/Bayern, den sie demnächst zusammen mit ihrem Partner antreten wird.

Hilfsfonds für Polizeibeamte, die im Dienst schwer verletzt oder gar getötet wurden

„Wir sind uns darüber im Klaren, dass diese Unterstützung weder eine Verarbeitung der Erlebnisse, noch eine Wiedergutmachung darstellen kann. Sie ist aber ein Zeichen gesellschaftlicher Solidarität“, so Schlie. Der 2001 gegründete Hilfsfonds hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Dienst schwer verletzten oder gar getöteten Polizeibeamten beziehungsweise deren Angehörigen und Familien in ihrer schwierigen Situation mit einer Zuwendung, die den speziellen Verhältnissen angemessen sind, unter die Arme zu greifen. Bisher wurde in über 100 Fällen Unterstützung im Wert von rund 170000 Euro geleistet. afu

Bürger spenden für Hilfsfonds der Polizei

Der Hilfsfonds arbeitet ehrenamtlich und finanziert sich ausschließlich über Spenden von Bürgern, die sich der Arbeit der Polizei verpflichtet fühlen. Mehr Informationen unter der Telefonnummer 0431/17091. Die Postanschrift lautet: Hilfs- und Unterstützungsfonds für Polizeibeschäftigte und deren Familien in Not e.V., c/o Gewerkschaft der Polizei, Landesbezirk Schleswig-Holstein, Max-Giese- Straße 2 in 24116 Kiel.
Foto: Die im Dienst verletzte Polizistin Tanja G. erhält eine Zuwendung vom Vorsitzenden des Hilfs- und Unterstützungsfonds, Klaus Schlie. © afu
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