Zwei Ausstellungen zeigen Leben in der DDR

Ab dem 4. Oktober sind in Lübeck zwei Foto-Ausstellungen zu sehen, die sich mit dem Leben der Menschen in DDR beschäftigen.

Wie wollen wir uns an die DDR erinnern? Verharmlosen Bilder vom Alltag der Menschen die Diktatur und die Unterdrückung? Welche Rolle spielte die friedliche Revolution für den Fall der Mauer und das Ende der DDR? Und wie sah der Alltag in einem politischen System aus, das weit ins Persönliche der Menschen vordrang?

Im Willy-Brandt-Haus Lübeck erzählt der Fotochronist Siegfried Wittenburg anhand seiner Bilder spannend und anschaulich vom Alltag in einem untergegangenen Staat und vom Leben in einer Diktatur. „Leben in der Utopie. Alltag in der DDR“ dokumentiert ein System, das in das Persönlichste der Menschen vordrang, und damit den Rückzug ins Private bewirkte. Die Sonderausstellung im Willy-Brandt-Haus Lübeck läuft bis zum 14. Januar 2018.

In der St. Jakobi Kirche Lübeck präsentiert die Ausstellung des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt/Lübeck „Erinnern für die Zukunft“ Bilder bekannter Fotografinnen und Fotografen vom 1976 bis 1995. Die Zeitspanne des Umbruchs in der ehemaligen DDR bis zur Nachwendezeit, geprägt von Hoffnungen, Enttäuschungen und Aufbruchstimmung. Die Ausstellung „Erinnern für die Zukunft“ holt diese Gefühle von damals noch einmal zurück und läuft bis zum 30. November.

Beide Ausstellungen feiern am Mittwoch, 4. Oktober, 18 Uhr, Eröffnung in der Reformierten Kirche, Königstraße 18. Dort diskutieren Dr. Rahel Frank, Historikerin, Prof. Dr. Christoph Kleßmann, Historiker, Wolfgang Thierse, MdB, Bundestagspräsident a. D., und der Fotograf Siegfried Wittenburg. Die Moderation übernimmt der ARD-Journalist Arnd Henze.

Am Freitag, 10. November, wird es um 19 Uhr einen musikalischen Abend zu den Ausstellungen in der Jakobi-Kirche geben. Dort präsentiert das Putensen-Beat-Ensemble die schönsten Songs des verstorbenen Schauspielers Manfred Krug. Krug gehörte zu den Unterzeichnern des Offenen Briefs gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Mit der Unterzeichnung des Offenen Briefs endete Manfred Krugs steile Karriere als Schauspieler und Jazz-Sänger in der DDR. Später feierte er Erfolge in Westdeutschlands mit Serien wie „Liebling Kreuzberg“ oder als „Tatort“-Kommissar.

(Foto: „Demonstration zur Anerkennung des Zivildienstes“ Fotograf: Manfred Uhlenhut, Januar 1990 und © bpk)

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