Bad Schwartaus Vogelpfleger Klaus Langfeldt geht in Rente

Liebevoll hat Klaus Langfeldt den verletzten Waldkauz gesund gepflegt– jetzt konnte er wieder in die Freiheit entlassen werden. Foto: GK

Seit Jahrzehnten ist Klaus Langfeldt im Einsatz für die Umwelt. Hunderte Vögel pflegte er gesund, wie jüngst einen Waldkauz.

Besondere Tage sind es, an denen gesunde Tiere wieder in die Freiheit entlassen werden können. Jetzt war es Zeit für einen Waldkauz. Er war im Stadtgebiet von Bad Schwartau vermutlich gegen ein Auto geflogen. Nach Einschätzung des Fachmanns litt das Tier dadurch an einer Gehirnerschütterung. Es hatte Gleichgewichtsprobleme und leichte Flügelverletzungen – was für die Eule den sicheren Tod bedeutet hätte. In den letzten drei Monaten hatte sich Klaus Langfeldt täglich um diesen „Patienten“ gekümmert. Artgerechtes Futter und wöchentliche Trainingsstunden für Flugsicherheit führten zum gewünschten Erfolg. Und so konnte der Vogelfreund den Umweltbeirat über die geplante Auswilderung informieren. Schnell war ein passendes Waldstück am Alten- und Pflegeheim Wiesengrund in Bad Schwartau gefunden.

Betreiber des Vogelparks Niendorf

In den vergangenen 40 Jahren hat Klaus Langfeldt zahlreiche Greifvögel, die verletzt waren, kostenlos aufgenommen und gesund gepflegt, um sie nach Wochen oder Monaten wieder in die Natur zu entlassen. Von 1977 bis Juni 1983 hatte der Vogelpfleger in Bad Schwartau sogar eine kleine Vogelstation betrieben. Am 13. Juni 1983 konnte er den Vogelpark Niendorf übernehmen, den er bis heute betreut.

Nachfolger gesucht

Rund tausend Vögel sind hier untergebracht, vom Sattelstorch bis zum Kasuar oder Geier. Wenn auch zahlreiche Greifvögel, wie Eulen, Falken, Habichte oder Seeadler, einen wichtigen Teil der Pflegemaßnahmen beinhalten, werden doch jährlich viele verletzte Vögel abgegeben – auch in und um Bad Schwartau. Verletzte oder junge Schwalben gehören zum Beispiel dazu, Eisvögel, Amseln oder Rotkehlchen warten auf ihre Genesung. „Ich freue mich über jeden Vogel, den ich retten und wieder auswildern kann“, so Langfeldt. Rudolf Meisterjahn, Vorsitzender des Umweltbeirates, und Doerte Kraeft, Vorsitzende der Kinder- Jugendgruppe „Die Umweltfüchse“, dankten Klaus Langfeldt für seine kostenlosen Pflegestunden für verletzte Vögel. „Immerhin sind es jährlich bis 100 Pflegevögel, die versorgt werden müssen“, sagt auch Stadtjäger Gert Kayser. Bad Schwartau könne sich glücklich schätzen über den Vogelexperten, der in der Rantzauallee seinen Wohnsitz hat. Aus Altersgründen sucht er jetzt einen Nachfolger für diese aufopferungsvolle Tätigkeit. Es werden schon Gespräche mit Interessenten geführt.

 

Foto: Liebevoll hat Klaus Langfeldt den verletzten Waldkauz gesund gepflegt – jetzt konnte er wieder in die Freiheit entlassen werden. © GK

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