Hip-Hop statt Goethe

Das Rapperkollektiv Loop setzt sich als gemeinnütziger Verein für Jugendarbeit und Integration ein.

Als Tummelbecken begabter Musiker und Veranstalter gut besuchter Hip-Hop-Veranstaltungen hat sich Loop einen Namen gemacht. Mit gängigen Rapper-Klischees hat das Kollektiv allerdings nichts am Hut, beziehungsweise am Base-Cap. Ideelle Ziele im Bereich Gemeinschaft, Integration und Jugendarbeit sind sogar in der Satzung des neugegründeten Vereins verankert.

Jugendlichen die Arbeit im Tonstudio näher bringen

„Dass wir eine Rechtsgrundlage brauchten, haben wir regelmäßig nach Gigs bemerkt – ohne Steuernummer gibt es schließlich keine Aufwandsentschädigung. Der Papierkram gehört in Deutschland einfach dazu“, sagt der erste Vorsitzende, der sich selbst Raik Hagen nennt und die Sache vor einigen Jahren ins Rollen brachte. „Ich hatte mich für ein Praktikum beim Jugendzentrum am Burgtor beworben. Die suchten jemanden zur Unterstützung bei Veranstaltungen und um Jugendlichen die Arbeit im Tonstudio näher zu bringen“, sagt der Mittzwanziger.

Nachwuchsmusiker erlernen Kunst des Sounddesigns

Was klein anfing, hat sich inzwischen zu einer Gruppe aus einem Dutzend musikbegeisterten Mitgliedern entwickelt. Die Jugendarbeit spielt nach vor eine wichtige Rolle im Wirken des gemeinnützigen Vereins. An jedem Mittwoch werden Nachwuchsmusiker in die Kunst des Sounddesigns eingeführt. Gleichzeitig möchte man aber auch erfahrenen Musikern eine Weiterbildungsperspektive geben.

Hip-Hop-Workshops an der Gotthart-Kühl-Schule

Die verbindende Wirkung von Musik nutzt der „chaotische Haufen“ (O-Ton Raik Hagen) außerdem für die interkulturelle Kommunikation mit Geflüchteten – etwa in Form eines Hip-Hop-Workshops an der Gotthart-Kühl-Schule oder eines geplanten Videoprojektes mit dem Titel „weit her“. „Natürlich haben die keinen Bock auf Goethe. Mit Musik erreicht man Menschen eher“, sagt Raik Hagen. Wer die Wortakrobaten von Loop und andere norddeutsche Künstler live erleben möchte, sollte sich den 11. November vormerken. Im Lübecker Rider’s Café steigt die 6. Loop Hip-Hop Jam. facebook.com/luebeckloop pa

 

Foto: Straight Outta Lübeck: Das Künstlerkollektiv Loop um Raik Hagen, Bassbarth, Shaggie Schween, HADZ, Can, Lupuz, Malone und Ali Alam. © pa

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