Hörakustiker-Handwerk spricht Gesellen frei

Katharina Euler und Kevyn Kogel legten die Gesellenprüfung im Hörakustiker-Handwerk als Jahrgangsbeste ab.

Sie haben und hatten nichts als Hören im Sinn. Vor allem in den vergangenen drei Jahren, in denen sie ihre duale Ausbildung zur Hörakustikerin beziehungsweise zum Hörakustiker machten – den praktischen Teil in ihren Betrieben und den schulischen an der Lübecker Akademie für Hörakustik, die europaweit größte Bildungseinrichtung für diese Branche. Nun hatten diese Lehrjahre ein Ende: 657 Gesellen aus der gesamten Republik wurden von ihren Rechten und Pflichten als Auszubildende bei einer launigen Gesellenfreisprechung mit hohem Unterhaltungswert in Lübeck freigesprochen.

Hörakustiker – Beruf mit Zukunft

„Auf Sie wartet eine spannende Zukunft. Sie haben einen sehr innovativen Beruf in der digitalen Welt. Er erfordert nicht nur technische Fingerfertigkeit und anatomisches Wissen, sondern gleichermaßen menschliches Feingefühl und psychologisches Geschick“, sagt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung für Hörakustiker (biha) in der vollbesetzten Musik- und Kongresshalle, nachdem Günther Stapelfeldt, Präsident der Handwerkskammer Lübeck, die Gesellenbriefe überreicht hatte. Unter den Gästen befanden sich rund 1500 Familienangehörige und Freunde der ehemaligen Auszubildenden. Aber auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm, Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer und Wirtschaftssenator Sven Schindler waren zu dieser größten Freisprechung des Landes gekommen.

Katharina Euler und Kevyn Kogel schnitten als Jahrgangsbeste ab

Unter tosendem Applaus wurden schließlich die beiden Jahrgangsbesten von Janine Otto, Vorsitzende des Prüfungsausschusses, zusätzlich ausgezeichnet. Die 20-jährige Katharina Euler aus der Nähe von Frankfurt am Main hatte mit 91,5 Prozent die beste schriftliche Leistung erbracht. Der 24-jährige Kevyn Kogel aus Brande-Hörnerkirchen in Schleswig-Holstein musste gleich zweimal auf die Bühne. Er schnitt mit 88,6 Prozent nicht nur als Bester in der Praxis ab, sondern hatte auch das beste Gesamtergebnis.

Ausbildung im Gesundheitshandwerk

Für beide sei es eine Überraschung gewesen, wie sie sagten. „Ich hatte mir das zwar zum Ziel gesetzt. Es war mein Traum.“ Dass dieser Wirklichkeit wurde, damit hatte Katharina, die durch einen Zufall in diesem Gesundheitshandwerk landete, nicht gerechnet. Ihre Zukunft liegt im Moment ganz klar vor ihr: „Ich werde erst einmal in meinem Betrieb bleiben und ein bisschen arbeiten. Danach schauen wir mal.“ Auch Kevyn Kogel weiß genau, was er will: „Ich bleibe noch einen Monat bei meiner alten Firma und dann studiere ich ab Herbst in Oldenburg in Niedersachsen Hörtechnik und Audiologie.“ DO

 

Foto: © DO

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