Graffiti-Projekt „under the bridge 2.0“

Bei einem Workshop im Rahmen des Ferienpasses wurden die Brückenpfeiler der Ivendorfer Straßenbrücke für legales Graffiti-Sprayen freigegeben.

Es duftet nach frisch gegrillter Bratwurst, im Hintergrund hämmern Beats, während Streetart-Künstler zunächst den Untergrund der Brückenwiderlager der Ivendorfer Straßenbrücke mit Farbe und Rolle bearbeiten. Hier entstehen im Laufe des Sonntagnachmittags verschiedene Graffiti. In Kooperation haben das Lübecker Brückenbauamt, das Jugendzentrum Burgtor, verschiedene Streetart-Künstler, die Rap-Community Loop und die Teilnehmer eines Workshops mit einer Live-Performance die beiden Brückenpfeiler für legales Sprayen freigegeben.

Initiative des Jugendzentrums Burgtor

„Die Workshopteilnehmer nehmen im Rahmen einer Ferienpassaktion hier teil“, erklärt Thomas Neumann vom Jugendzentrum Burgtor. Insgesamt elf Teilnehmer im Alter zwischen 14 und 18 Jahren sind dabei. „Einige haben schon Erfahrung im Sprayen, andere sind ganz neu.“ Das eine Widerlager dient als Objekt für den Workshop. Auf der anderen Straßenseite sind Streetart-Künstler in einer Challenge dabei, das Brückenwiderlager in einen HipHop-Zoo zu verwandeln.

Freigabe der Ivendorfer Brücke zum legalen Graffiti-Sprayen

Hintergrund der Aktion ist die Freigabe der Brücke zum legalen Graffiti-Sprayen. Bereits vor zwei Jahren waren die Pfeiler der Marienbrücke durch eine ähnliche Aktion „under the bridge“ zur Freigabe eingeweiht worden. Seitdem nutzen viele Sprayer diese Fläche als Möglichkeit, ihre Kunst legal auszuüben. Mit den Sprayern war dabei auch vereinbart worden, dass kein Müll wie leere Spraydosen dort liegen bleiben. Weil das bisher sehr gut klappt, konnte nun eine zweite Brücke freigegeben werden.

Suche nach weiteren legalen Grafitti-Flächen

„Ein Ziel dabei ist, die Leute aus der Illegalität zu holen“, erklärt Neumann weiter, der beim Jugendzentrum Burgtor Ansprechpartner ist für alles, was mit Graffiti zu tun hat. Ein weiteres Ziel sowohl des Jugendzentrums als auch der Hansestadt ist das Bestreben, wilde Graffiti im Stadtbild zumindest einzuschränken. Deshalb sind die Verantwortlichen weiter auf der Suche nach Flächen, auf denen Streetart-Künstler legal ihrer Kunst nachgehen können. Alle, die sich für Streetart interessieren oder auch Flächen zur Verfügung stellen möchten, können sich an das Jugendzentrum Burgtor (Große Burgstraße 2, Telefon 1225148, E-Mail info@burgtor.de) wenden. HÖ

Foto: „Bassbarth“ von der Rap-Community Loop legt auf, während im Hintergrund die Graffiti langsam Konturen annehmen. © HÖ
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