Storchschnabel gegen Giersch

Christa Fischer von BUND/AGU gibt Tipps für einen pflegeleichten Garten.

Gegen Giersch ist kein Kraut gewachsen? Von wegen! Und dafür muss man auch nicht auf allen Vieren durch seinen Garten oder Vorgarten robben, um dem stark wucherndem Wildkraut durch Jäten den Garaus zu machen. „Giersch kann man essen oder durch Storchschnabel bekämpfen“, weiß Christa Fischer. Sie macht beides. Schließlich gilt der Giersch, der an feuchten und schattigen Stellen wächst, als der beste Eiweiß-Lieferant unter den heimischen Wildkräutern. Reich an Mineralstoffen sowie an Vitamin A und C wirkt er zudem entzündungshemmend.

Giersch: Nicht ärgern, sondern essen

„Giersch schmeckt nach Karotte und Petersilie. Man kann eine Handvoll in den Salat geben oder in Smoothies. Er eignet sich auch als Gewürz für Pesto, Brotaufstrich und Kräuterquark“, so die 76-jährige Naturschützerin. Sie warnt jedoch davor, Giersch zu essen, der an verkehrsreichen Straßen wächst, an denen es viele Abgase gibt, und empfiehlt, ihn beispielsweise im Schulgarten zu ernten. Der sei übrigens früher viel mehr mit Giersch bedeckt gewesen – genauso wie der kleine Vorgarten von Christa Fischer. Erst seitdem andere Pflanzen gepflanzt wurden, die ihn unterdrücken, sei er weniger geworden.

Pflanzen gegen Giersch

Einer, der dem Giersch perfekt Paroli bietet, ist der hellrosafarbene Pyrenäen-Storchschnabel (geranium endressii), der von Mai bis November blüht. „Oder der robuste Balkan-Storchschnabel, der zwar nur von Mai bis Juni blüht, aber durch sein dichtes Blattwerk andere Pflanzen so sehr bedeckt, dass sie nicht mehr in den Lichtgenuss kommen“, so Christa Fischer. Und ohne Licht kein Leben. Die verschiedenen Storchschnabelarten sind aber nicht nur extrem bodendeckend, nektarreich und schneckenresistent, sondern auch sehr dekorativ auf Salaten, „wie zum Beispiel der rote Storchschnabel.“ Außerdem schmecken sie gut. Ähnliches gilt auch für einen anderen Artgenossen, dem gemeinen Gilbweiderich. Dieses Wildkraut blüht von Juni bis August. „Die jungen Triebe kann man von April bis Juni gut zu Gemüsegerichten verwenden“, sagt die Naturschützerin. Wer Interesse an einem Storchschnabelableger hat, kann sich beim BUND, Telefon 0451/ 76666 oder bei Christa Fischer unter 0451/ 7931 15 melden. DO

 

Foto: Am Boden kniet Christa Fischer in ihrem Vorgarten nur noch, wenn sie Samen erntet. Ansonsten lässt die den hellrosafarbenen Pyrenäen-Storchschnabel bei ihrem Kampf gegen den Giersch arbeiten.  © Do

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Eine Antwort auf „Storchschnabel gegen Giersch“

  1. Rike sagt:

    Danke für vielfältige Ableger, die nun in Bremen dem Giersch Paroli bieten werden.

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