Pilgern zwischen Bremen und Puttgarden

 Die Malenter Autorin Anna Malou präsentiert ihr neues Buch über den Mönchsweg.

Diese Frau ist gut zu Fuß: Seitdem die Malenterin Anna Malou 2007 das Pilgern für sich entdeckt hat, macht sie sich Jahr für Jahr mit Rucksack und Walking-Stöcken auf, um Europas Pilgerwege zu erkunden und ihre Erlebnisse niederzuschreiben. Einer liegt direkt vor der Haustür: der Mönchsweg zwischen Bremen und Puttgarden. Über den schleswig-holsteinischen Teilabschnitt hat die 65-jährige Autorin bereits 2015 ein Buch verfasst. Jetzt hat sie die 195 Kilometer von Bremen nach Glückstadt bereist und berichtet darüber in ihrem neuen Buch „Mönchsweg für Einsteiger“.

 Faszination: Pilgern

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“ – diese Frage stellte sich Anna Malou, nachdem sie viele Jahre ihres Lebens ausschließlich Beruf und Familie gewidmet hatte und gesundheitliche Probleme eine Neuorientierung verlangten. Im Juni 2007 wanderte sie auf dem berühmten Jakobsweg von Pamplona nach Santiago de Compostela in Spanien. Sie hat das Pilgern als tiefgründiges, elementares Erlebnis empfunden und sich entschlossen, mit einem Buch diese Faszination auch anderen Menschen nahezubringen. „Danach war ich auf Pilgerwegen in Portugal, Frankreich und Italien unterwegs, um jetzt die Wege zu entdecken, die die ersten christlichen Missionare nach Norddeutschland führten“, so Anna Malou.

Mönchsweg für Pilger-Einsteiger geeignet

Eigentlich sei der Mönchsweg ein Radfernweg, sei aber auch zum Wandern geeignet. „Man ist viel in Feld und Wald unterwegs. Es ist ein wunderbarer, landschaftlich reizvoller Weg in schönster, einsamer Natur, der durch die angrenzenden Hansestädte Bremen und Hamburg zusätzlich Attraktivität erhält“, erzählt Anna Malou und betont: „Da der Schwierigkeitsgrad gering ist und die ebene Strecke sich leicht laufen lässt, ist der Weg für Pilger-Einsteiger sehr gut geeignet.“ Diesmal hat sie sich Zeit gelassen, war 14 Tage unterwegs und hat auch mal einen Pausentag eingelegt. „Mehr als 20 Kilometer sollte man am Tag nicht zurücklegen, um auch noch Kraft über zu haben, das Ganze zu genießen“, meint Anna Malou, die nie ohne zuvor trainiert zu haben auf Pilgerreise geht – alleine an das Gewicht des Rucksacks müsse man sich immer wieder aufs Neue gewöhnen. „Wer vorsichtig anfangen möchte, kann auch nur mal an einem Wochenende eine Teilstrecke erwandern“, empfiehlt sie.

Tipps zur Planung der Pilger-Tour

Unterwegs hat die Autorin zahlreiche Fotos geschossen und Informationen über die Historie der Orte am Wegesrand gesammelt. Sie hat Zeugnisse der Holländer in Osten gesehen und Überbleibsel der schwedischen Herrschaft in Stade aufgespürt. Ihr Buch geht detailliert darauf ein, was der Mönchsweg zu bieten hat. Anna Malou gibt Tipps zur Planung der Reise, hat ein Übernachtungsverzeichnis und eine Packliste für den Rucksack zusammengestellt. Und wer bis nach Puttgarden weiter wandern möchte, kann in ihrem 2015 erschienenen Buch „Wanderbarer Mönchsweg“ Einzelheiten nachschlagen.

Veröffentlichungen von Anna Malou

In diesem Jahr war die Malenterin bereits auf dem Mönchsweg in Dänemark, und im August soll es wieder nach Spanien gehen: Die Via de la Plata – von Sevilla bis Santiago de Compostela – ruft. „Und 2018 werde ich auf dem Olavsweg in Norwegen pilgern“, kündigt sie an. Aber Wandern ist ihr nicht genug. Sie bringt ihre Erlebnisse immer auch zu Papier. „Im Sommer bin ich draußen, im Winter schreibe ich“, sagt Anna Malou. Immerhin 15 Bücher hat sie bereits veröffentlicht, darunter auch Werke mit Kurzgeschichten und Gedichten. In Arbeit ist außerdem ein biografischer Frauenroman.

 

Auch Lesungen bestreitet sie – am 8. August ist Anna Malou zum Beispiel um 19 Uhr in der Malenter Curtius Klinik zu Gast, liest aus ihrem Buch „Faszination Camino – gesund werden und gesund bleiben auf dem Jakobsweg“. Diese Frau absolviert ein strammes Pensum, aber sagt sich: Wenn nicht jetzt, wann dann? Alle Informationen zu Büchern und Terminen finden sich unter www.annamalou.de. vg

 

Foto: Die Malenter Autorin Anna Malou pilgert nicht nur fleißig, sie schreibt auch viele Bücher darüber. © Graap

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