Der Verein Frauen helfen Frauen feiert 40 Jahre erfolgreiche Arbeit

Kürzlich zelebrierte der Verein sein 40-jähriges Bestehen auf dem Kohlmarkt in Lübeck und zieht eine positive Bilanz. Doch es gibt weiterhin viel zu tun. 2018 folgen 40 Jahre Frauenhaus.

Was heute selbstverständlich scheint, wurde vor 40 Jahren mühsam in Bewegung gebracht. „Damals gab es in der Hansestadt noch kein Frauenhaus, keinen Frauennotruf, kein Frauenbüro und auch kein Frauenkommunikationszentrum“, erzählt Heidrun Stegen vom Verein Frauen helfen Frauen in Lübeck. Sie gehört seit 1988 zum Verein. „Als Frauen helfen Frauen 1977 gegründet wurde, gab es nach Aussagen der meisten Politiker Gewalt gegen Frauen in Lübeck nicht. Frauenpolitik, Feminismus, männliche Gewalt waren Begriffe, die damals noch großen gesellschaftlichen Widerstand auslösten.“

Frauenhaus auf Spenden angewiesen

Jetzt feierte der Verein sein 40-jähriges Bestehen auf dem Kohlmarkt und zieht eine positive Bilanz. „Doch es gibt weiterhin viel zu tun“, so Britta Schäfer. Aktuelle Beispiele seien mangelnder Wohnraum für kinderreiche Familien, schlechtere Bezahlung am Arbeitsplatz und überfüllte Frauenhäuser. Die Zahlen für das Autonome Frauenhaus in Lübeck, vom Verein Frauen helfen Frauen 1978 gegründet, belegen das: Im Verlauf des vergangenen Jahres fanden dort 128 Frauen mit 183 Kindern vorübergehend Schutz, 483 Frauen und Kinder mussten aus Platznot abgewiesen werden. „Wir waren zu 110 Prozent belegt“, bestätigt Alicia Kweetniewski. 2018 nun steht das Autonome Frauenhaus im Zentrum der Geburtstagsfeier: 40 Jahre, in denen Jahr um Jahr um finanzielle Förderung gerungen wurde. Das Land finanziert heute 34, die Stadt Lübeck sechs Plätze für Frauen, die von häuslicher Gewalt bedroht sind. „Bis 2020 ist das Frauenhaus finanziell gesichert“, so Heidrun Stegen. Gab es vormals jährliche Befristungen, bestehe derzeit ein Vertrag über fünf Jahre. Trotzdem ist das Frauenhaus weiterhin auf Spenden angewiesen. Gerade kann ein kleiner Spielplatz von Sponsorengeldern erneuert werden, damit Kinder von Schutz suchenden Müttern Spielmöglichkeiten haben.

Hilfe für Frauen rund um die Uhr

„Wir ermöglichen Hilfe rund um die Uhr“, sagt Heidrun Stegen. 24 Stunden am Tag sind sie und ihre Kolleginnen erreichbar. Auch für weitere Beteiligten wie Ärzte, Weißer Ring oder Polizisten sei es oft bitter, wenn das Lübecker Frauenhaus belegt ist und Frauen schlimmstenfalls in den von Gewalt bedrohten häuslichen Bereich zurückgeschickt werden müssen. „In Krisen und Notsituationen können Frauenhäuser Leben retten“, unterstreicht Heidrun Stegen den dringenden Wunsch des Vereins, für Lübeck weitere Plätze zu schaffen. mpa

 

Foto: Heidrun Stegen, Britta Schäfer und Alicia Kweetniewski (v.l.) freuen sich über die positive Bilanz ihrer Arbeit. © mpa

 

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