Die Travemünder Kulturbühne muss räumen

Der neue Eigentümer hat dem kleinen Theater zum Jahresende gekündigt.

Im August 2011 wurde die Travemünder Kulturbühne gegründet. Unter der Leitung von Wolfgang Hovestädt gab es erst Aufführungen in der Aula der Stadtschule, dann als Zwischenlösung in der Bibliothek des Rosenhofes. Im August 2014 richtete der Verein seine feste Spielstätte im Hafenbahnhof ein, der schnell als „Kulturbahnhof“ weit über Travemünde hinaus bekannt wurde. Doch jetzt muss Travemündes kleines Theater wieder umziehen: Die neuen Eigentümer aus Hamburg haben den Mietvertrag zum Jahresende gekündigt.

Neue Hausherren kündigen Sonderkündigungsrecht

Zwar läuft der Vertrag mit den Vorbesitzern viel länger, doch weil die Immobilie über einen Insolvenzverwalter verkauft wurde, besteht ein Sonderkündigungsrecht. Davon haben die neuen Hausherren Gebrauch gemacht. Die neuen Besitzer hätten „eine umfangreiche Kernsanierung ins Auge gefasst“, berichtet Hovestädt. Selbst wenn es im Anschluss einen neuen Mietvertrag geben sollte, die Kulturbühne muss erst einmal räumen. Das Problem: Die Künstler für nächstes Jahr sind längst gebucht. Die Kulturbühne sucht nun nach einem neuen Zuhause.

Suche nach neuen Spielstätte

Die Politik ist bereits alarmiert: Der Travemünder SPD-Ortsverein fordert in einer Mitteilung „die Stadt Lübeck, die Bürgerschaft, den Bürgermeister Bernd Saxe und die Kultursenatorin Kathrin Weiher sowie die LTM auf, den Kulturbahnhof Travemünde nach Kräften bei der Suche nach einer neuen Spielstätte zu unterstützen.“ Eine Idee gefällt Wolfgang Hovestädt besonders gut: ein „Spiegelzelt“ aufzubauen. Das 26 mal 24 Meter messende ovale Zelt mit zwei Masten soll nach dem Vorbild des erfolgreichen Berliner Spiegelzeltes „Bar jeder Vernunft“ errichtet werden – mit Spiegeln und „etwas plüschig“. So etwas gäbe es in der ganzen Region nicht, meint der engagierte Theatermacher. HN

 

Foto: Zum Jahresende muss er das Theater räumen: Wolfgang Hovestädt von der Kulturbühne Travemünde. © HN

 

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