Eidechsen stoppen Solarpark-Pläne in Herrenwyk

Die Pläne der Genossenschaft Bürgerenergie für eine Photovoltaik-Anlage auf einer Halde der ehemaligen Metallhütte in Herrenwyk können nicht verwirklicht werden.

Denn der Schutz der vorhandenen Flora und Fauna habe Vorrang, stellte Umweltsenator Ludger Hinsen (CDU) im Umweltausschuss fest. „Es ist eine Ausgleichsfläche für den Naturschutz, sie hat sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt, und eine Photovoltaik-Anlage würde sich an dieser Stelle negativ auswirken“, so fasste er eine Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde zusammen. Insbesondere die Zauneidechsen und die Schmetterlinge, die sich im Trocken- und Magerrasen angesiedelt haben, würden unter den Bau und den Betrieb der Anlage leiden.

Umweltschutz und Naturschutz im Konflikt

„Das ist ein tragischer Fall, in dem Umweltschutz und Naturschutz miteinander in Konflikt geraten“, fügte der Umweltsenator hinzu. „Wir haben ein intrinsisches Interesse, Photovoltaik in Lübeck zu fördern. Auch das Konstrukt der Bürgerenergie als Genossenschaft finden wir großartig.“ An dieser Stelle ließe sich das Projekt jedoch nicht realisieren. Derselben Meinung waren alle Mitglieder des Umweltausschusses. Dass der anvisierte Standort eine Ausgleichfläche ist, hatte Peter Parge, Aufsichtsrat der Bürgerenergie, gewusst. „Von dieser Fläche hätten wir aber nur vier Prozent gebraucht. Wir hatten gedacht, dass es möglich sein könnte, unser Projekt dort zu realisieren.“ In anderen Bundesländern gebe es bereits Solarparks in ähnlichen Gebieten.

Neuer Standort für die Photovoltaik-Anlage

Einstimmig forderten die Umweltpolitiker die Verwaltung auf, mit der Energiegenossenschaft nach anderen Standorten für die Photovoltaik-Anlage zu suchen. „Gerade auf dem ehemaligen Hüttenwerkgelände sind Flächen vorhanden, die ausdrücklich für erneuerbare Energien vorgesehen sind“, erinnerte Hinsen. Genau diese Fläche hätte aber die KWL nicht für die Anlage der Bürgerenergie zur Verfügung gestellt, erwiderte Parge. Gerne nahm er das Angebot an, zusammen nach einer Lösung zu suchen. Geeignete Flächen in Lübeck zu finden sei allerdings ausgesprochen schwierig, betonte er. Die Genossenschaft habe sich lange nach passenden Orte für die Gewinnung von Sonnenstrom erkundigt, ohne Erfolg. Denn das Weltkulturerbe brauche freie Sichtachsen auf die Stadtsilhouette und große Solaranlagen könnten da stören. SDF

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