Mit E-Bussen in die Zukunft

Lübecker Stadtverkehr und Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft setzen auf Elektromobilität – 200 Fahrzeuge bis 2030 geplant.

Der Lübecker Stadtverkehr (SL) und die Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft (LVG) setzen in Zukunft auf Elektromobilität. Am Dienstag wurde einer der beiden neuen Elektrobusse für den Verkehr freigegeben. SL und LVG sind damit Vorreiter in Schleswig Holstein. „Wir starten nun mit Linienbussen, die zu 100 Prozent elektrisch angetrieben werden“, freute sich Willi Nibbe, Geschäftsführer des Stadtverkehrs. Auch Ulrich Pluschkell, Aufsichtsratsvorsitzender des Stadtverkehrs, ist begeistert: „Mit dem Einstieg in die echte E-Mobilität leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, denn E-Busse bedeuten weniger Verkehrslärm und Abgase in den Straßen Lübecks.“

Elektrobusse auf den Linien 21 und Linie 33

Mit Bordrechner und Ticketsystem ausgestattet,werden die im blauen und roten Design gestalteten Elektrobusse auf den Linien 21 und Linie 33 eingesetzt. „Diese Strecken haben einen Tagesumfang von rund 190 Kilometern. Das liegt deutlich unter der vom Hersteller garantierten Fahrleistung von 240 Kilometern“, so Willi Nibbe. Aufgeladen werden die Fahrzeuge über Nacht in der Abstellhalle des Stadtverkehrs im Ratekauer Weg mit extra dafür vorgesehenen Ladegeräten, die an 63-Ampere-Steckdosen angeschlossen werden.

Komplette Umstellung auf E-Busse

Bis zum Jahr 2030 soll der komplette Fahrzeugpark aus bis zu 200 E-Fahrzeugen bestehen. Dafür werden mit dem Bau eines eigenen Mittelspannungsnetzes die technischen Voraussetzungen geschaffen. Das rund 300000 Euro teure Projekt soll bis Ende des Sommers abgeschlossen sein. Die Anlage sorgt für die Stromversorgung von bis zu 25 Fahrzeugen. Die Ladezeit pro Bus reduziert sich dann von derzeit sechs bis acht Stunden auf etwa die Hälfte.

Kosten der Umstellung auf E-Busse

Dies ist der erste Schritt eines Drei-Stufen-Konzepts. „Wann Stufe 2 und 3 folgen, steht derzeit noch nicht fest“, sagte Willi Nibbe, denn die sukzessive weitere Beschaffung von Elektrofahrzeugen sei nach wie vor abhängig von Fördermitteln, der technologischen Weiterentwicklung und der Preise, so der SL-Geschäftsführer. Derzeit beträgt der Preis für einen E-Bus bei rund 500 000 Euro. Damit ist er doppelt so teuer wie für ein herkömmlicher Bus mit Dieselmotor. afu

Weitere Informationen über E-Busse

Hersteller der beiden E-Busse ist die deutsch-türkische Firma Sileo aus Salzgitter. Ein E-Bus ist zwölf Meter lang, wiegt rund elf Tonnen und bietet 35 Sitz- und 47 Stehplätze sowie zwei für Rollstuhlfahrer. Das Herzstück des Fahrantriebs ist das SCL-Batteriesystem (Single-Cell-Loading). Die auf dem Dach angebrachten 340 Zellen können einzelnen überwacht, geregelt und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Sie bestehen aus Lithium-Eisenphosphat und verfügen über eine Kapazität von 230 Kilowattstunden.

 Foto: Jens Lottmann, Projektleiter Elektromobilität, demonstriert den Ladevorgang bei einem E-Bus. ©afu
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