Lübeck Roter Hahn bald ohne Straßenbeleuchtung

Verärgerung im Stadtteil Roten Hahn. Die Hansestadt erklärt, dass eine Beleuchtung privater Verkehrswege grundsätzlich nicht vorgesehen ist.

Aus Sicherheitsgründe wird nach Angaben der Stadt die Wegebeleuchtung im Roten Hahn abgebaut. Die aus den 1950er Jahren stammenden Laternen sind auf mittlerweile maroden Holzpfählen montiert und beleuchten die Wegeverbindungen zwischen der Samland-, der Masurenstraße, dem Rominten- und dem Trakehnenweg. „Die Beleuchtungsanlagen an den nicht-öffentlichen Wegen des Gebietes sind teilweise umbruchgefährdet“, begründet der Bereich Stadtgrün und Verkehr die Abbaumaßnahmen, die im laufenden Jahr ausgeführt werden sollen.

Bewohner bald im Dunkeln

„Ich habe davon schon gehört, als wir vor zwei Jahren hergezogen sind“, erklärt Anwohnerin Natalia Görigk. „Wenn das jetzt losgeht, wird das ein richtig dunkles Loch hier.“ Sie meint, dass das nicht schön wird in Zukunft und denkt dabei auch an ihre knapp dreijährige Tochter Jasmin. „Vor allem im Winter, wenn es früh dunkel wird“, müsse man sich um die Sicherheit sorgen.

Private Wege nicht verkehrssicherungspflichtig

Die Beleuchtung aus Holzmasten und Freileitungen hat die Hansestadt entlang der als Privatwege bezeichneten Verbindungen errichten lassen. „Überwiegend verlaufen die Wege über verpachtete städtische Erbbauflächen. Die Hansestadt ist für diese privaten Wege nicht verkehrssicherungspflichtig“, heißt es dazu von der Stadt. In Zeiten knapper Haushaltsmittel könne die Hansestadt eine Beleuchtung privater Wege nicht leisten. Ebenso wie bei der Räumpflicht sind also die Anwohner gefordert.

Initiative der Erbbaupächter

„Das kostet doch bestimmt viel“, meint Natalia Görigk. Von einer Initiative der Erbbaupächter, die eine private Beleuchtung in dem Gebiet ermöglichen würde, hat sie noch nichts gehört. Auch Timo Bentfeldt war bislang nicht bekannt, dass sich die Anwohner selbst kümmern müssen. Er wohnt mit seinen Eltern in dem Gebiet und ist abends immer mit dem Hund und einer Taschenlampe unterwegs. Für die älteren Leute findet er den Abbau der Beleuchtung allerdings problematisch. Wenig tröstlich ist in dem Zusammenhang der Hinweis der Stadt, dass die Beleuchtung der öffentlichen Straßen im Trakehnenweg, Romintenweg, Masurenstraße und Samlandstraße nicht betroffen ist. HÖ

Im Gebiet zwischen Samlandstraße, Masurenstraße, Romintenweg und Trakehnenweg werden die maroden Laternen an den Privatwegen abgebaut. Einen Ersatz wird die Stadt nicht errichten. © HÖ

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