Ehrenamtliche Vormünder gesucht

Die Initiatorinnen Katja Mentz (hinten v. l., Bürgerschaftsmitglied), Helga Lenz (Humanistische Union Lübeck), Projektleiterin Dr. Paraskevi Grekopoulou, Pastorin Elisabeth Hartmann-Runge (Flüchtlingsbeauftragte des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg) mit Kirsten Schneier und ihrem Mündel Ghader. (NA)

Projekt „Nicht allein“ sucht ehrenamtliche Vormünder für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge.

Nach mehr als zwei Jahren Vorbereitungszeit ist das Projekt „Nicht Allein“ der Humanistischen Union gestartet und lädt am Montag, 29. Mai, zu einer Auftaktveranstaltung ein.

„Das Projekt zielt darauf, Ehrenamtliche für Einzelvormundschaften für minderjährige Flüchtlinge zu gewinnen und sie professionell auf ihre Tätigkeit durch Schulungen, themenspezifische Fortbildungen und Begleitung durch Einzelgespräche vorzubereiten“, erklärt Dr. Paraskevi Grekopoulou.

Derzeit leben mehr als hundert unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Lübeck, bei denen die Altersspanne von 13 bis 17 Jahren reicht. 97 der Kinder werden von Amtsvormündern betreut. Da diese für bis zu 50 Flüchtlinge zuständig sind, wird schnell klar, dass Amtsvormünder allen Bedürfnissen ihrer Mündel kaum gerecht werden können. Hier soll nun durch das von der Aktion Mensch, der Possehl Stiftung und der Hansestadt Lübeck geförderte Projekt Abhilfe geschaffen werden: „Die Übernahme einer ehrenamtlichen Vormundschaft ersetzt dann die Amtsvormundschaft“, erklärt Elisabeth Hartmann-Runge. Zu den Pflichten eines Vormundes zählen unter anderem die rechtliche Vertretung im asylrechtlichen Verfahren. „Gesucht werden“, so Dr. Grekopoulou, „Personen, die offen sind für andere Kulturen“. Weiter seien Grundkenntnisse in Deutsch erforderlich sowie die Beibringung eines polizeilichen Führungszeugnisses. „Die ehrenamtlichen Vormünder können sich aufgrund unseres breiten Netzwerkes sicher sein, in jeder Hinsicht und bei jeder Frage Unterstützung zu erhalten“, betont Dr. Grekopoulou.

„Ganz besonderer Bedarf für Vormundschaften besteht derzeit bei den 69 Flüchtlingen, die noch in diesem Jahr 18 werden, da die Amtsvormundschaften dann enden und die jungen Flüchtlinge alleine dastehen“, berichtet Bürgerschaftsmitglied Katja Mentz.

Wer bereit ist, die Verantwortung aufzunehmen, kann sich sicher sein: Es ist die Mühe wert. Kirsten Schneier, die seit 14 Monaten den 16-jährigen Ghader aus dem Iran und seinen älteren, mittlerweile volljährigen Bruder betreut, berichtet, dass sie neben ihren drei Töchtern noch zwei Söhne dazugewonnen habe, die großartig seien. Sie freue sich über jeden Kontakt mit den Jungs. Ihre Motivation sei aus der Frage entstanden: „Was würde ich mir wünschen, wenn ich meine Kinder wegschicken müsste, da in meinem Land Krieg herrscht? – Dass sich jemand um sie kümmert.“

 

»Beginn ist am Montag, 29. Mai, um 19 Uhr in der VHS Lübeck, Hüxstraße 118-120; weitere Informationen unter Telefon 0451/ 8104 29 68, via E-Mail an info@nicht-allein-luebeck.de, sowie auf www.nicht-allein-luebeck.de

NA

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