Radfahrer drängen auf Lösung für den Gneversdorfer Weg

Verkehrsplaner Nils Weiland präsentierte Pläne für den Gneversdorfer Weg, die Radfahrer wollen aber endlich Taten sehen. (HN)

Einen Radweg gibt es am Gneversdorfer Weg nur auf einer Seite, er wird in beide Richtungen benutzt. Weil Autofahrer gewohnheitsmäßig an den Ausfahrten oft nur nach links gucken, kommt es immer wieder zu Unfällen. Verschärft wurde das Problem vor zehn Jahren zusätzlich durch den Ausbau des Skandinavienkais: Die alte Travemünder Landstraße (K 20) fiel als Zubringer weg, der Gneversdorfer Weg wurde Hauptzufahrtstraße nach Travemünde.

Im Vorjahr kündigte die Stadt dann eine Lösung an, die im Wesentlichen daraus besteht, auf die andere Fahrbahnseite einen zweiten Radweg aufzumalen. Doch umgesetzt wurde das nicht. Stattdessen lud Verkehrsplaner Nils Weiland am Montag zu einer öffentlichen Begehung vor Ort, da noch „Gesprächsbedarf zur geplanten Radverkehrsführung im Gneversdorfer Weg besteht“, wie es in der Ankündigung hieß. Vor Ort erläuterte Weiland dann noch einmal das Problem des „Zweirichtungsradweges“: Wenn man links fahre statt rechts, sei die Unfallgefahr etwa zehnmal so hoch. „Der Grund dafür ist, dass Sie dort oft übersehen werden.“ Zur Überraschung vieler Teilnehmer stellte Weiland dann die bekannten Pläne aus 2016 vor. „Ich dachte das sollte letztes Jahr schon gemacht werden“, meinte denn auch ein Zwischenrufer. Weiland sprach von dem zwei Meter breiten Radweg, der zusätzlich geschaffen werden solle. Die vor zehn Jahren angelegte Verkehrsinsel vor der Ringstraße wird um eine weitere Insel vor der zweiten Einmündung ergänzt. So sollen Fußgänger und Radfahrer sicherer über die Straße, etwa zu den Verbrauchermärkten, kommen. Vor den Bahnschranken soll eine „Aufstellzone“ für Radfahrer markiert werden, damit dieser hinter den Schranken über eine eigene Linksabbiegespur in die Vogteistraße einschwenken können.

Die immer wieder gestellte Frage, wann das alles denn umgesetzt wird, konnte Weiland nicht beantworten. Er verwies auf die zuständige Straßenverkehrsbehörde.

An der Begehung nahm auch der Vorstand des Travemünder Ortsrates teil. Der Bericht in der Sitzung am Mittwoch fiel kurz aus: Wenn für den Radweg zwei Meter von der Straße weggenommen würden sei man der Meinung „dass das so nicht funktionieren wird“, erklärte der Vorsitzende Gerd Schröder (CDU). Er verwies dabei auf den Verkehr mit Bussen und Lkw. Der Ortsrat will aber noch näher darauf eingehen, nachdem er einen zugesagten Bericht bekommen habe. „So in dieser Form kann ich sagen, ist das unglaubwürdig“, meinte Schröder. HN

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