Mit Duftzäunen gegen Wildunfälle

Mit dieser Aktion an der K 13 zwischen Lübeck und Stockelsdorf möchten der ADAC Schleswig-Holstein und Vertreter der Kreisjägerschaft Lübeck auf die Gefahr von Wildunfällen aufmerksam machen: Revierpächter Christian Seidler (v. li.), Hermann Fedrowitz (ADAC) und Stefan Dohse, Leiter des Hegerings IV im Revier Groß Steinrade. (Fotos: Hö)

Der neue Abschnitt der Kreisstraße 13 soll durch eine gemeinsame Aktion des ADAC Schleswig-Holstein mit dem Hegering IV der Kreisjägerschaft Lübeck, der Polizei und der Straßenverkehrsbehörde als Unfallschwerpunkt entschärft werden.

Die Kreisstraße 13 zwischen dem Gewerbegebiet Roggenhorst und Stockelsdorf ist erst seit wenigen Jahren in Betrieb. Seit der Eröffnung wird sie von den Autofahrern gut genutzt. Gleichzeitig ergibt sich aber ein großes Problem: die zunehmende Zahl von Wildunfällen.

Bevor die K 13 nach jahrzehntelanger Planung endlich eröffnet werden konnte, gab es an dieser Stelle keine anderen Straßen oder Feldwege. Die K 13 durchschneidet daher die vom Wild genutzten Reviere, was zu vielen Wildunfällen führt. Der Hegering IV der Kreisjägerschaft Lübeck im Revier Groß Steinrade und der ADAC wollen daher in einer gemeinsamen Aktion mit der Polizei und der Straßenverkehrsbehörde diesen Unfallschwerpunkt entschärfen.

„Die Straße ist stark befahren“, erklärt Rüdiger Bünnig, Mitjäger bei Jagdpächter Marc Scheel des Hegerings IV. Das führe zu vielen Wildunfällen, vor allem mit Rehwild und Schwarzwild. Die Zahlen spreche für sich: Im Jagdjahr 2015/2016 hat es 20 Unfälle mit Rehen und sechs mit Wildschweinen gegeben, im vergangenen Jagdjahr war 19 mal Rehwild und 15 mal Schwarzwild beteiligt. Auch im neuen Jagdjahr, das seit 1. April gilt, hat es schon wieder drei Unfälle gegeben. „Viele werden aber auch gar nicht gemeldet“, so Bünnig, beispielsweise mit Hasen, Füchsen und Dachsen.

Mit je einem großen Banner an der K 13 wollen die Initiatoren jetzt auf die Unfallgefahr mit Wild aufmerksam machen. Außerdem wurden so genannte Duftzäune an den vom Wild bevorzugten Stellen aufgestellt. Das sind Metallstäbe, an denen flatternde Metallstreifen und Schaumdepots angebracht wurden. Diese werden regelmäßig alle vier Wochen beduftet. Diese Duftstoffe werden von den Wildarten als Fressfeinde wahrgenommen und sollen die Tiere verwirren, sodass sie zunächst stehen bleiben. Dadurch haben Auto- und Motorradfahrer die Chance, das Wild frühzeitiger zu sehen und das Tempo zu drosseln. HÖ

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Der ADAC gibt weitere Tipps zur Sicherheit von Auto- und Motorradfahrern. So sollten Fahrbahnränder im Auge behalten, ein Sicherheitsabstand zum rechten Fahrstreifen gehalten und immer mit mehreren Tieren gerechnet werden. Besondere Aufmerksamkeit ist in der Dämmerung geboten. Sollten Tier am Straßenrand stehen und kein Verkehr herrschen, sollten Fahrer bremsen, hupen und gegebenenfalls abblenden, damit das Wild einen Fluchtweg findet. Der ADAC warnt im Übrigen davor dem Wild auszuweichen, um weder sich selbst noch andere Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Da hilft nur: Lenkrad festhalten und bremsen. Bereits bei einem Tempo von 60 km/h hat ein Damhirsch das Aufprallgewicht eines Nilpferds.

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