Eutiner sagen „Nein“ zum Haus des Gastes

Als „Abrisskoordinator“ will Stadtvertreter Olaf Schmidt von der CDU dafür sorgen, dass die Fläche an der Stadtbucht schnell freigeräumt wird.

60 Prozent stimmen für den Abriss – Bauausschuss berät am 7. Juni.

Das Ergebnis kam spät, aber es war deutlich: Mit 5201 Nein-Stimmen sprachen sich die Eutiner beim Bürgerentscheid am Wahlsonntag gegen den Erhalt und die Sanierung des Hauses des Gastes aus. Mit „Ja“ stimmten 3463 Bürger. Das Resultat entspricht einem Verhältnis von 60 zu 40 Prozent. Wahlberechtigt waren 14739 Eutiner.

Bürgermeister Carsten Behnk sagte zu der Entscheidung: „Ich freue mich über dieses Ergebnis und über die sehr hohe Wahlbeteiligung. Die Bürger Eutins haben sich für eine weitere Stadtentwicklung am Großen Eutiner See ausgesprochen und damit den Weg frei gemacht für ein zukunftsfähiges Projekt an dieser Stelle.“ Behnk hatte gemeinsam mit Stadtvertretern und Interessierten die Auszählung im Sitzungssaal des Rathauses verfolgt. Die ersten Zahlen lieferte um 19.53 Uhr der Wahlbezirk Sielbeck. Dort sprachen sich rund 71 Prozent gegen den Erhalt aus, rund 29 Prozent votierten dafür. „Zum Glück ist Sielbeck nicht repräsentativ“, lautete der Kommentar seitens der Bürgerinitiative zum Erhalt des Haus des Gastes, die den Bürgerentscheid erwirkt hatte. Die Entwicklung verlief dann jedoch stringent in diese Richtung.

Vertreter der Bürgerinitiative hatten die Auszählung in den Wahllokalen beobachtet. Die Gruppe verfolgte die Bekanntgabe der Ergebnisse, die sich aufgrund von Auszählungsschwierigkeiten bis weit in die Nacht hinzog, im Brauhaus. In einem Resümee kommentierten die BI-Sprecher Sigrid Jürß, Ulrike Wörle und Malte Tech die Niederlage: „Wir haben an unseren Wahlständen nette Menschen getroffen, interessante Gespräche geführt, Solidarität erfahren und Spaß gehabt. Wir haben die Strukturen und engen Verflechtungen in Eutin kennengelernt bzw. bestätigt bekommen.“ Nun seien Bürgermeister und Politiker am Zug: „Sie müssen jetzt ihre Versprechen umgehend einlösen: Asbestgerechter Abriss des Hauses. Herstellen einer gepflegten gärtnerischen Anlage. Einrichten einer Toilettenanlage mit Behinderten-WC und eine gastronomische Einrichtung.“

Das Unternehmen „Die Ostholsteiner“ möchte ein Integrationshotel mit 35 bis 45 Zimmern bauen und betreiben. In einem solchen Integrationsbetrieb haben 40 Prozent der Mitarbeitenden eine Beeinträchtigung. Der Drei-Sterne-Hotelbetrieb soll auch ein Café mit Außengastronomie bieten und für Touristen und Einheimische gleichermaßen neuer Anziehungspunkt in der Stadtbucht werden.

Kurz und mittelfristig soll es eine mobile Saison-Gastronomie mit öffentlichen Toiletten an der Stadtbucht geben. Zur nächsten Sitzung des Bauausschusses am 7. Juni wird die CDU das Thema „Haus des Gastes“ als Tagesordnungspunkt einbringen. „Es muss jetzt schnell gehen mit dem Abriss, zum Stadtfest soll die Fläche frei sein“, gibt der „Abrisskoordinator“ Olaf Schmidt von der CDU den weiteren Weg vor. AJ

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