Lübecks Geschichte geht online

Eine Fundgrube für Geschichtsinteressierte geht online: Der Leiter des Stadtarchivs Jan Lokers zeigt den ersten Band der Zeitschrift für Lübeckische Geschichte von 1860, Archivarin Meike Kruse die digitalisierte Fassung auf einem Tablet-PC. (SDF)

Der Verein für Lübeckische Geschichte schaltet eine moderne Webseite frei.

Historiker stöbern nicht nur leidenschaftlich gern in der Vergangenheit. Nein, sie denken auch an die Zukunft. So war es bereits vor fast 157 Jahren, als die erste Ausgabe der „Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde“ erschien. Gleich auf der ersten Seite kündigte der Verein seine Absicht an: „Mit dem Publikum in einen Verkehr zu treten, mit welchem er einen dauernden Bestand gesichert sehen möchte.“

Geklappt hat es ja. Den Verein (VLGA) mit seinen 360 Mitgliedern gibt es immer noch. Und seine Zeitschrift bringt er Jahr für Jahr weiterhin heraus. Nur die Zeiten haben sich geändert. Wer heutzutage sein Publikum erreichen will, braucht eine attraktive, modern gestaltete und inhaltsreiche Internetseite. Und eine solche hat nun den Verein für lübeckische Geschichte. Sie wurde jetzt offiziell freigeschaltet. „Das ist ein guter Tag für uns“, sagt der Leiter des städtischen Archivs, Jan Lokers in seiner Funktion als VLGA-Vorsitzender. „Unser Verein ist zwar ein paar Tage älter, aber er versucht, jung zu bleiben. Und die neue Internetpräsenz wird dazu dienen, auch jüngere Menschen für Geschichte zu begeistern.“

Die Webseite www.vlga.de wurde von der Digitalagentur Gradwerk so entwickelt, dass ihr Aussehen sich dem verwendeten Endgerät anpasst. Auf Desktopcomputer, Tablet-PC oder Smartphone bietet die Seite reichhaltige Informationen. Dazu gehören natürlich die Termine für die zahlreichen Vorträge, Führungen und die sonstigen Tätigkeiten des Vereins. „Der wichtigste Teil der Webseite ist jedoch die Rubrik Veröffentlichungen“, hebt Archivoberinspektorin Meike Kruse hervor.

Mit der finanziellen Unterstützung der Possehl-Stiftung wurden alle 96 Bänder der Zeitschrift für Lübeckische Geschichte und die 16 Bänder der Mitteilungshefte des Vereins digitalisiert und für die Volltext-Recherche vorbereitet. Ob man sich über die Taten von Bürgermeister Jürgen Wullenwever informieren will, den Grundriss der Hügelgräber in Blankensee oder die Siegel der Travemünder Freibäcker kennenlernen möchte: Jetzt kann das Gedächtnis der Hansestadt von jedermann online konsultiert werden. „Diese Dokumente zählen zu den wichtigsten hier im Archiv“, freut sich der ehemalige Vereinsvorsitzende Prof. Gerhard Ahrens, „es wäre ein teurer Spaß, wenn man versuchen würde, sie antiquarisch zu erwerben.“ SDF

Die neue Internetpräsenz wird dazu dienen, auch jüngere Menschen für Geschichte zu begeistern.“

Dr. Jan Lokers,

Leiter des Stadtarchivs

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