Erhalt oder Abriss: Pro und Kontra zum Haus des Gastes

Am 7. Mai sind die Eutiner Bürger erneut aufgerufen, über die Zukunft des Haus des Gastes abzustimmen. Erhalt oder Abriss? Wir haben Befürworter und Gegner um Stellungnahmen gebeten.

>Ja: Erhalten und sanieren!

Die Bürgerinitiative „Erhalt und Instandsetzung Haus des Gastes“ hat sich zum Ziel gesetzt, Haus und Grundstück in 1a-Lage an der Stadtbucht im Eigentum der Bürger zu bewahren. Wir wollen an dieser Stelle weder ein Hotel noch eine „saisonale mobile Gastronomie“ (was immer die Politiker darunter verstehen).Kein Kommerz für Wenige, sondern ein saniertes Haus der Begegnung und Kommunikation für alle! Zu einer attraktiven Stadtbucht gehören ein Café mit bezahlbaren gastronomischen Angeboten und eine öffentliche sanitäre Anlage. Das erwarten auch die Touristen.
Uns ist bewusst, dass die Eutiner durchaus geteilter Meinung sind. Es muss Geld in die Stadtkasse und der Verkauf dieses 1a-Grundstücks käme gerade recht. Das Haus ist vernachlässigt und wird nicht genutzt. Vielleicht sollten wir uns eher fragen, wie es überhaupt dazu kommen konnte. Eine Politik, die teilweise wahllos, übereilt und überflüssig Steuergelder ausgibt, muss am Ende ihr Silber verscherbeln. Da werden mal eben Treppen und ZOBs und überdimensionierte Holzdecks gebaut, Straßen ohne Not aufgerissen, eine defizitäre Landesgartenschau mitfinanziert.
Auch das Haus des Gastes ist ein Beispiel für diese katastrophale Stadtpolitik. Der pflegliche Umgang mit städtischem Eigentum ist nicht die Stärke Eutins. Aber auch der sorgsame Umgang mit den Bürgern gehört nicht zu den bevorzugten Eigenschaften von Eutins Politikern und Verwaltung. Ein positiver Bürgerentscheid zum Erhalt des Haus des Gastes wurde einfach ignoriert, Signale aus Wirtschaft und von Initiativen werden überhört.
Dies zeigt uns: konstruktive Kritik und Mitarbeit unerwünscht, der Bürger stört! Es reicht, wenn ihr uns wählt.
Da machen wir nicht mehr mit! Setzen Sie mit uns ein Zeichen: Ja, zum Haus des Gastes!

Sigrid Jürß, Sprecherin der Bürgerinitiative „Erhalt und Instandsetzung Haus des Gastes“

>Nein: Neue Ideen entwickeln!

Das Schicksal des Haus des Gastes wurde bereits vor mehr als zehn Jahren besiegelt. Damals endete die Nutzung des Gebäudes, unterschiedliche Ideen und Konzepte waren gescheitert und die Türen des Haus des Gastes blieben geschlossen. Der Stadtverwaltung gelang es trotz intensiver Bemühungen nicht, einen langfristigen Pächter für den Cafébetrieb zu finden und dies, obwohl die Pachtforderung weit unter den Betriebskosten lag. Schon damals war das Gebäude ein Zuschussgeschäft für die Steuerzahler.
Wenn die Bürger am 7. Mai über das Haus des Gastes abstimmen, dann geht es nicht nur um die Frage des Erhalts des Gebäudes. Wer mit „Ja“ stimmt, verpflichtet die Stadt auch, das Gebäude nach der millionenschweren Sanierung ganzjährig zu betreiben. Hier sollten sich alle darüber im Klaren sein, dass nicht Stadtvertreter oder Bürgermeister diese Kosten tragen werden, sondern die Gemeinschaft der Steuerzahler.
Wir Grüne werden auch diesmal das Bürgervotum respektieren. Sollte das Haus des Gastes erhalten und betrieben werden müssen, werden andere Projekte – wie die Sanierung der Reithalle –nicht in der geplanten Form stattfinden können.
Die konkrete Absicht, an der Stadtbucht ein sozial ausgerichtetes, überschaubares Integrationshotel zu bauen, wird von uns unterstützt. Auch die anderen Fraktionen haben sich im Hauptausschuss positiv zu diesem Leuchtturmprojekt für Eutin geäußert, das für die Stadt eine große Chance auf ein Alleinstellungsmerkmal in der Urlaubsregion Holsteinische Schweiz darstellt. Sowohl Wirtschaftsminister Meyer als auch Finanzministerin Heinold zeigen sich von Konzept und Standort überzeugt. Mehr noch: Wesentliche Forderungen der Bürgerinitiative wären erfüllt, denn Toiletten und Cafébetrieb würden realisiert.
Deshalb sollten die Bürger sich für den Abriss des Haus des Gastes aussprechen.

Christiane Balzer, Stadtvertreterin und Sprecherin der Eutiner Grünen

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