Lübecker Artothek verleiht Kunst auf Zeit

„Übergang zur Selbstbewegung“ heißt dieses Werk von Günter Fruhtrunk aus dem Jahr 1957. (Lübecker Museen)

Erste Verleihausstellung findet vom 8. bis 14. Mai im Kulturbüro der Hansestadt statt.

„Kunst auf Zeit“: Frei nach diesem Motto feiert die Hansestadt Lübeck am Montag, 8. Mai, mit einer ersten Verleihausstellung die Wiederbelebung der Lübecker Artothek. Am Sonntag, 7. Mai, wird die Ausstellung unter Anwesenheit der Kultursenatorin Kathrin Weiher und des Vorsitzenden des Artothekenverbandes Schleswig-Holstein, Nobert Weber, feierlich eröffnet. Im Rahmen der einwöchigen Verleihausstellung (8. bis 14. Mai jeweils von 11 bis 17 Uhr) erhalten kunstbegeisterte Besucher die Gelegenheit, bislang kaum öffentlich präsentierte Kunstwerke aus dem Bestand der Lübecker Artothek in Augenschein zu nehmen.

Die Kunstwerke können dann auf ein Jahr ausgeliehen werden. Die Lübecker Artothek, unter der Organisation des Kulturbüros der Hansestadt Lübeck, möchte auf diese Weise ihren Nutzern die Gelegenheit geben, sich mit Kunst auch über einen längeren Zeitraum intensiv auseinanderzusetzen – die Kunst zu Gast in den eigenen vier Wänden.

Artotheken sind Einrichtungen, die nach dem Prinzip öffentlicher Bibliotheken funktionieren: Sie bieten die Möglichkeit, Originalkunstwerke nicht bloß durch die flüchtige Betrachtung in einer Galerie zu rezipieren, sondern sie gegen eine geringe Leihgebühr nach Hause mitzunehmen und über längere Zeit in Ruhe auf sich wirken zu lassen.

Seit der Gründung der Lübecker Artothek 1980 lagert eine Vielzahl von Kunstwerken in ihren Beständen, die seitdem nur selten öffentlich präsentiert wurden. Über diverse Schenkungen ist die Anfang der 1980er Jahre angeschaffte Grafiksammlung, die den Grundstock der Sammlung bildete, auf insgesamt 950 Arbeiten von rund 250 KünstlerInnen angewachsen. 150 Kunstwerke der Sammlung befinden sich derzeit in öffentlichen Gebäuden wie der Stadtbibliothek oder dem Verwaltungszentrum Mühlentor. Die übrigen 800 Grafiken wurden im vergangenen Jahr katalogisiert und sind zukünftig größtenteils verleihbereit.

Die ersten 85 Arbeiten werden jetzt im Rahmen einer einwöchigen Verleihausstellung im Bürogebäude der Schildstraße 12 ausgestellt, die das Kulturbüro der Hansestadt Lübeck unter der Leitung von Nina Jakubczyk konzipiert und organisiert hat. Als freie Mitarbeiterinnen waren die beiden Kunsthistorikerinnen Ruth Sina Liedtke und Nina Beyer mit der Objektbearbeitung, den Fotos und dem Verfassen von Katalogtexten betraut. Unter den ausleihbaren Kunstwerken befinden sich Grafiken namhafter und international bekannter Künstler wie Georg Baselitz, Markus Lüpertz, Horst Janssen und Gerhard Richter. Auch Werke von lokalen Größen wie Harald Duwe, Eduard Bargheer, Gunter Fritz, Hildegund Peters oder Peter Hellmundt werden neben vielen weiteren Arbeiten in der Verleihausstellung zu sehen sein.

»Wer an der Ausstellungseröffnung am 7. Mai im Garten der Schildstraße 12 teilnehmen möchte, kann sich bis 3. Mai unter Telefon 0451/ 1224104 oder per E-Mail an kultur-buero@luebeck.de anmelden.

Während der Verleihausstellung können Kunstwerke reserviert werden. Die Gebühr je Kunstwerk beträgt 25 Euro für ein Jahr.

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