Initiative „SonntagsDialoge“ will Integrationspreis nach Lübeck holen

Engagiert im Miteinander: Stefan Römer, Heidi Näpflein und Regine Norden von den SonntagsDialogen (v.l.). (mpa)

Einmal im Monat treffen über 120 Menschen im Lübecker Cloudsters zum offenen Frühstück zusammen. Initiator des Miteinanders sind die „SonntagsDialoge“, eine private Initiative, die sich mit dem Zuzug von Flüchtlingen und dem Entstehen ehrenamtlichen Engagements in Lübeck Ende 2015 gründete. Durch Information und Austausch von Lübeckern und Zugezogenen konnten bereits einige Projekte entstehen.

„Zuerst trafen wir uns im privaten Wohnzimmer, dann in Räumen des Offenen Kanals“, erzählt Regine Norden. Mittlerweile werden Räume des Cloudsters an der Braunstraße genutzt, denn das offene Frühstück wurde schnell eine gut angenommene Begegnungsstätte. „Wir erreichen Menschen aller Altersgruppen aus den verschiedensten Ländern“, so die Lübeckerin, die gemeinsam mit anderen Interessierten den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken will. Dabei geht es vorrangig darum, aktiv zu werden, Hilfestellung und Qualifikation für Migranten zu bieten. Auch eine Gegenleistung ist erwünscht, die je nach Erfahrung und Bildungsstand unterschiedlich ausfällt.

Neben dem Engagement von Sprachpaten bietet Job-Coach Stefan Römer Bewerbungstrainings für Migranten an. Auch Nähkurse und weitere Projekte sind im Bewerbungs- und Lernzentrum der „SonntagsDialoge“ angedacht. Hierzu sollen zusätzliche Räumlichkeiten, die beim ADFC-Integrationsprojekt am Kolberger Platz geschaffen wurden, genutzt werden. Dort wird für das Projekt Velo for Welcome weniger Raum benötigt, da Fahrradspenden bei rückgängigen Flüchtlingszahlen nicht mehr gesammelt werden. „Das Fahrradprojekt wird aber weiter betrieben“, bestätigt Ingo Sievers vom ADFC. Es soll vermehrt Hilfe zur Selbsthilfe leisten, damit die Zugezogenen Reparaturen am Rad selbst ausführen können.

Erfreut über die große Resonanz ihrer Arbeit befinden sich die Ehrenamtler der „SonntagsDialoge“ in „Vereinsgründung“ und wollen sich daneben um den ersten Deutschen Integrationspreis bewerben. „Wir sind mit 19 anderen Integrationsprojekten von der Hertie-Stiftung zum bundesweiten Wettbewerb zugelassen. Jede Stimme und jeder Euro, der für unsere Integrationsarbeit gespendet wird, zählen“, freut sich Regine Norden über rege Beteiligung.

Auf Facebook haben Interessierte am Dienstag, 11. April, um 12 Uhr die Möglichkeit, die Anzahl der Unterstützer und Fans bei einem Ranking nach vorne zu bringen. Am Dienstag, 2. Mai, 12 Uhr, erfolgt dann ein Fundraising, bei dem als Ziel die Summe von 10000 Euro erreicht werden muss. „Wir wollen den ersten Deutschen Integrationspreis für alle in diesem Bereich tätigen Ehrenamtler und Initiativen nach Lübeck holen“, sagt Heidi Näpflein. Für Platz eins bis fünf stehen 130000 Euro an Preisgeld zur Verfügung. »Stimmen für die Sonntagsdialoge unter www.facebook.com/sonntagsdialoge

mpa

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