Neue Stellvertreter für Saxe

Die Koalition hinter Senatorin Weiher übt Geschlossenheit für die Bürgermeisterwahl.

Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) hat ab Mai zwei neue Stellvertreter. Kultur- und Bildungssenatorin Kathrin Weiher (parteilos) wurde von der Lübecker Bürgerschaft mit 28 Ja- und 21 NeinStimmen als erste Stellvertreterin des Verwaltungschefs ernannt. Als zweiten Stellvertreter wählten die Abgeordneten Innensenator Ludger Hinsen von der CDU (27 Ja, 21 Nein, eine Enthaltung). Die Personalentscheidung stand an, weil der amtierende erste Stellvertreter, Bausenator Franz-Peter Boden (SPD), Ende April in den Ruhestand geht.

Die Ernennung der Stellvertreter des Bürgermeisters war in der Vergangenheit keine besonders bedeutende Angelegenheit. Traditionell wurde bisher der dienstälteste Senator mit dieser eher formalen Aufgabe betraut. In diesem Superwahljahr liefen die Ernennungen allerdings anders als üblich. So ließ eine buntgemischte Allianz aus CDU, BfL, Grünen, FDP und Linken nicht den seit sieben Jahren amtierenden Wirtschafts- und Sozialsenator Sven Schindler (SPD) den Vortritt. Stattdessen schickte sie Kathrin Weiher, ihre Kandidatin für die Bürgermeisterwahl Ende des Jahres, ins Rennen gegen Schindler. Die Ernennung von Ludger Hinsen zum zweiten Stellvertreter verlief reibungslos. Er war der einzige Bewerber.

„Das ist der erste Schritt in Richtung Bürgermeisterin. Wir sind wir froh, dass wir geschlossen hinter unserer Kandidatin stehen“, sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Michelle Akyurt. BfL-Chef Marcel Niewöhner hob die klare Mehrheit für Weiher hervor. Die Senatorin bekam eine Stimme mehr als ihr Unterstützerkreis umfasst. „Das ist genau der richtige Rückenwind, den sie für den Bürgermeisterwahlkampf braucht.“ Der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Christopher Lötsch, würdigte ebenso die breite Zustimmung die Senatorin. Als Probelauf für die Bürgermeisterwahl sah er die Ernennung weniger. „Für den Wahlkampf ist es sicherlich positiv, dass Weiher heute gewählt wurde, aber unser Grundgedanke war, dass wir eine vernünftige, bewährte Person als Stellvertreter des Bürgermeisters haben wollten.“

Der Fraktionsvorsitzende der SPD und weitere Kandidat für die Bürgermeisterwahl Ende des Jahres, Jan Lindenau, nahm das Abstimmungsergebnis mit Fassung. „Die Wahl ist an sich eine höchst unbedeutende. Wie wir wissen, ist im letzten Jahrzehnt der Amtszeit von Herrn Saxe der Vertretungsfall noch nie eingetreten.“ Er erinnerte zudem daran: Der Bürgermeister wird nicht von den Parteien in der Bürgerschaft gewählt, sondern von den Lübeckerinnen und Lübecker. SDF

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