Arbeitskreis besuchte Gemeindewerke

Geschäftsführer Winfried Dietrich (vorn links) von den Gemeindewerken erklärt Sandra Redmann (3.v.l.) und den übrigen Besuchern die Funktionsweise der Filteranlagen, in denen Eisen und Mangan aus dem Rohwasser entfernt werden. (HÖ)

Eine Besichtigung des Wasserwerkes in der Marienburgstraße vermittelte einen Einblick in die Trinkwasseraufbereitung.

Mitglieder des Arbeitskreises Umwelt, Energie und ländliche Räume der SPD-Landtagsfraktion unter Vorsitz von Sandra Redmann besuchten die Gemeindewerke in Stockelsdorf. „Wir sind regelmäßig im Land unterwegs, letzte Woche haben wir das Wasserwerk in Wacken besucht“, so die Arbeitskreisvorsitzende. „Trinkwasser ist momentan ein großes Thema.“

Um besser zu verstehen, wo Probleme liegen und wie von Seiten der Politik etwas verbessert werden kann, gab es zunächst eine Führung durch das Wasserwerk in der Marienburgstraße. Geschäftsführer Winfried Dietrich und der technische Leiter Volker Ehlers gaben den Gästen einen Einblick in die Trinkwasseraufbereitung. Von der Förderung aus den Brunnen bei Curau über die Belüftung mit technischem Sauerstoff, um Eisen- und Manganbestandteile ausfiltern zu können, bis hin zur Speicherung und Belieferung der Haushalte sowie der Anlagensteuerung reichte der Einblick.

Das Stockelsdorfer Trinkwasser ist qualitativ sehr gut, das zeigen die Analysenergebnisse. Die Grenzwerte für alle wichtigen Parameter gemäß Trinkwasserverordnung werden regelmäßig untersucht und weit unterschritten. „Besorgte Mütter rufen bei uns an und wollen die Werte wissen“, berichtet Dietrich. „Wir können sie dann stets beruhigen, unser Trinkwasser ist sehr gut.“

Der technische Leiter erklärte, dass Mineralwasser aus dem Supermarkt beispielsweise nicht der Trinkwasserverordnung entspricht. „Was aber kein Qualitätsmakel ist“, so Ehlers. „Viele Menschen kaufen ja speziell Mineralwasser für die Mineralstoffversorgung.“ Bei der CO2-Bilanz sieht es dann schon anders aus. Das Wasser auf dem Tisch ist Trinkwasser aus Stockelsdorf, das mit Kohlendioxid aufgesprudelt wurde. Mineralwasser aus dem Supermarkt erfordert wesentlich mehr Kohlendioxid, der Wert ist beispielsweise transportbedingt um den Faktor 1000 erhöht.

Auch die Schadstoffbelastung beispielsweise mit Nitrat wirft immer wieder Fragen auf. Nitratwerte aus dem Grundwasser sollen eigentlich in einem Nitratkataster erfasst werden. „Das Werk meldet an den Kreis und der Kreis sollte eigentlich an das Land melden, das klappt aber leider nicht immer“, stellte Sandra Redmann fest. Das liegt aber an den Kreisgesundheitsämtern, so Redmann.

Ein weiteres Problem stellen Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln dar. Sie tauchen zunehmend im Grundwasser auf und können mit Aktivkohle nicht herausgefiltert werden. Dietrich wünscht sich daher eine größere Schutzzone um die Brunnen. „Leider gestaltet sich das sehr problematisch, weil wir selbst mit den Landwirten verhandeln müssen“, bedauerte Dietrich. Die individuellen Verhandlungen mit den Landwirten seien sehr mühselig. Um die Brunnen herum bestünde lediglich ein allgemeines Schutzgebiet, das aber keinen Schutz vor Düngemitteleintrag biete. HÖ

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