Sparkasse sieht sich gut gerüstet

Die Vorstandsmitglieder Dr. Martin Lüdiger, Michael Ringelhahn und Joachim Wallmeroth (von links) stellten die Jahresbilanz vor. (Graap)

Die Sparkasse Holstein legt stabiles Jahresergebnis vor – 12,1 Millionen Euro Bilanzgewinn.

Vorstandschef Dr. Martin Lüdiger strahlt: Die Sparkasse Holstein hat auch 2016 trotz schwieriger Rahmenbedingungen durch die Niedrigzinsphase ein stabiles Jahresergebnis erzielt. „Es war ein insgesamt gutes Jahr“, zog Lüdiger am Mittwoch in Eutin Bilanz. Ähnlich wie in den Vorjahren weist die Sparkasse für 2016 einen Bilanzgewinn in Höhe von 12,1 Millionen Euro aus.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung liegt bei 72,7 Millionen Euro. Dadurch wird eine deutliche Kernkapitalzuführung ermöglicht: Zusammen mit der Rücklagenbildung wird das Kreditinstitut rund 64 Millionen Euro seinem Kernkapital zuführen und dieses auf 560 Millionen Euro aufstocken. Der Sparkasse Holstein ist es gelungen, die negative Zinsentwicklung in verschiedenen anderen Bereichen zu kompensieren. So gab es so gut wie keine Kreditausfälle. „Unsere Kunden sind kerngesund. Deshalb kann man ohne Weiteres sagen: Firmen, die mit uns finanzieren, haben eine längere Lebenserwartung“, so Lüdiger. Hinzu kommt, dass die Tochter Sparkassen-Immobiliengesellschaft (SIG) Holstein mittlerweile einer der größten Makler im Land ist. Die Courtageeinnahmen erreichten 2016 mit 4,4 Millionen Euro ein neues Allzeithoch.

Darüber hinaus treibt die Sparkasse die Digitalisierung voran und führt den leichten Personalabbau im klassischen Geschäftsbereich weiter. Das Kreditinstitut zählt jetzt 1048 Mitarbeiter, vor einem Jahr waren es noch 1060. Dafür stieg die Mitarbeiterzahl im Immobiliensegment von 35 auf 38 und bei den Stiftungen von zehn auf zwölf. Eine Ausdünnung des Filialnetzes sei nicht geplant und 2017 kein Thema: Zurzeit gibt es im Geschäftsgebiet jeweils 39 personenbesetzte Filialen und SB-Filialen. „Die Präsenz in der Fläche ist uns wichtig, aber wir stellen uns schlank auf und besetzen neue Felder, um unseren Kunden attraktive Preise bieten zu können“, so Lüdiger. Das Unternehmen führt zurzeit 179000 Privatgirokonten und 20000 Geschäftskonten. Ohnehin sei es Ziel der Sparkasse Holstein, nicht nur zufriedene Kunden zu haben, „wir wollen sie zu Fans machen“, betonte der Vorstandsvorsitzende.

Die Verbraucherzentrale hat die Sparkasse Holstein allerdings nicht ganz überzeugen können: Sie kritisiert die Konditionen des Kreditinstituts für sogenannte Basiskonten, die unter anderem auch Obdachlosen und Flüchtlingen zur Verfügung stehen, und hat die Sparkasse verklagt. „Das hat uns überrascht und wir verstehen auch nicht ganz, was man von uns will. Wir sind der Meinung, dass man für eine Leistung einen angemessenen Preis verlangen kann“, erklärte Lüdiger. Er deutete aber an, dass die Sparkasse den Kritikern entgegenkommen könnte.

Nicht zu verschweigen ist natürlich auch, dass sich die Sparkasse Holstein 2016 erneut in hohem Maße für die Region engagiert hat: Gemeinsam mit ihren Stiftungen hat sie im vergangenen Geschäftsjahr acht Millionen Euro für ihr gesellschaftliches Engagement aufgewendet. vg

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