Erste Palliativ-Stiftung in Schleswig-Holstein

Neue Stiftung, große Herausforderungen: Susanne Preuss, Thomas Schell und Dr. Isabel Kriegeskotten-Thiede (v.l.) mit dem Kaltlaserkoffer. (mpa)

Das Palliativnetz Travebogen stärkt sich für die Zukunft durch die Stiftung Travebogen.

Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung dient der Verbesserung der Lebensqualität von Patienten, die unheilbar krank sind und deren Lebensende bevorsteht. 2009 wurde für die Betroffenen in Lübeck, Bad Segeberg und dem Kreis Stormarn mit dem Palliativnetz Travebogen eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung in der Hansestadt ausgebaut und sichergestellt.

„Bei einer Verordnung der ambulanten Palliativversorgung durch den behandelnden Hausarzt trägt die Kosten die Krankenkasse“, erläutert Geschäftsführer Thomas Schell. Doch bei der Vergütung werden bei weitem nicht alle entstehenden Kosten abgebildet und „der Bedarf an Palliativversorgung steigt“, sagt Schell. Neben Kooperationspartnern wie Ärzten und Pflegediensten vor allem im Umland hat der Travebogen 52 feste Mitarbeiter. Mit diesen Kapazitäten und geschulten Ehrenamtlern wurden 1200 Patienten und Angehörige im vergangenen Jahr betreut und begleitet. Neben dem ambulanten Teil der Palliativversorgung gibt es auch die Versorgung auf den Stationen in den Krankenhäusern. „Dabei erhalten nicht nur an Krebs Erkrankte eine spezialisierte Palliativversorgung“, sagt die Ärztin Dr.

Isabel Kriegeskotten-Thiede. „Auch schwerstkranke Dialysepatienten, Herz- und Lungenkranke gehören zum Patientenkreis.“ Neben der ambulanten Palliativversorgung gibt es eine Palliativakademie für Fortbildungen von Therapeuten und Ärzten, die weiter ausgebaut werden soll sowie eine Beratungsambulanz für Betroffene und Angehörige und einen onkologischen Fachpflegedienst.

Um die Arbeit der Lübecker gemeinnützigen GmbH ohne die Abhängigkeit von Einzelpersonen langfristig auf verlässliche Beine zu stellen wurde im Dezember 2016 die Stiftung Travebogen gegründet.

„Durch das Ableben einer solventen Stifterin steht der neuen Stiftung ein Grundkapital von 250000 Euro zur Verfügung. Davon können 150000 Euro als Verbrauchskapital genutzt werden“, erläutert der Geschäftsführer. Neben dringend benötigten zusätzlichen pflegerischen und ärztlichen Stellen sollen auch Geräte wie der Kaltlaser finanziert werden. „Um Schmerzen schneller zu lindern, benötigen wir ihn für die Behandlung von offenen Stellen“, erläutert er.

Neben ihm und Isabel Kriegeskotten-Thiede gehören die Akademieleiterin Susanne Preuss und die Pflegedienstleiter Christian Witte und Kerstin Mielke zum Vorstand der neuen Stiftung. „Für unsere Arbeit sind wir dringend auf weitere Zustiftungen und Spenden angewiesen“, sagt Susanne Preuss. Eine weitere Herausforderung steht an: „Zudem platzen wir an unserem Standort in der Ziegelstraße aus allen Nähten“, weiß sie. Um den weiter wachsenden Aufgaben auch in Zukunft gerecht werden zu können sucht der Vorstand der ersten Palliativstiftung in Schleswig-Holstein nach Räumlichkeiten mit einer Fläche von 1200 bis 1500 Quadratmetern für das Palliativnetz Travebogen als neues Palliativzentrum. mpa

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