Tapfer: Emma (11) überführt „Mitschnacker“

„Mitschnacker“ sind der Alptraum aller Eltern. Finstere Männer, die die Kinder auf dem Weg zur Schule oder nach dem Spielen in ihr Auto locken und entführen wollen. Wie häufig so etwas tatsächlich passiert, ist nicht registriert. Die elfjährige Emma aus Lübeck aber hat so einen Mann getroffen. Und sie hat dafür gesorgt, dass dieser „Mitschnacker“ nun im Gefängnis sitzt.

Emma wohnt mit ihrer Mutter in einem Mehrfamilienhaus. Ständig gehen Leute ein und aus. Bekannte und fremde. Das ist nichts Besonderes. Der Mann aber, der das elfjährige Mädchen zwei mal anspricht, ist ihr nicht geheuer. „Er hat mich ganz viele Sachen gefragt. Zuerst habe ich mir nichts dabei gedacht, aber dann wurde er mir unheimlich“, erinnert sich Emma. Das Mädchen handelt geistesgegenwärtig, schreibt sich das Kennzeichen des Mannes auf, spricht mit ihrer Mutter. Die informiert die Polizei. Und tatsächlich: Die Polizei schnappt den Mann, der seit Mitte 2016 mehrere Mädchen belästigt, eines sogar missbraucht hat. (der Wochenspiegel berichtete).

Die Opferschutzorganisation Weißer Ring hat Emma nun für ihre Zivilcourage ausgezeichnet. „Was Du gemacht hast, ist vorbildlich“, lobte Detlef Hardt den Einsatz des Mädchens. Zu viele Menschen würden immer noch wegschauen, wenn solche Dinge passieren, mahnte Hardt an. Emma aber habe das nicht getan. Dafür erhielt das Mädchen nun nicht nur eine Urkunde, sondern auch 100 Euro.

Fälle, in denen so genannte „Mitschnacker“ auftreten, liegen häufig in einem Dunkelfeld, so die Polizei. Denn das Ansprechen von Kindern per se sei noch keine Straftat, so Anett Dittmer von der Pressestelle der Polizei. Eltern sollten ihren Kindern frühzeitig beibringen, „nein“ zu sagen und nicht mit Fremden mitzugehen. Angst aber dürfe nicht vermittelt werden. Vielmehr sollte Kindern Selbstbewusstsein beigebracht werden. OP

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