Detlev Stolzenberg will Bürgermeister werden

Der freie Stadtplaner Detlev Stolzenberg will als unabhängiger Bewerber für die Bürgermeisterwahl Ende des Jahres kandidieren. (SDF)

Der freie Stadtplaner stellt sich als unabhängiger Kandidat der Bürger vor.

Die Zahl der Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Lübeck steigt. Neben Jan Lindenau, Fraktionschef der SPD, und Senatorin Kathrin Weiher – sie wurde von einer breiten Koalition aus CDU, BfL, Grüne, FDP und Linke vorgeschlagen – wirft auch der freie Stadtplaner Detlev Stolzenberg seinen Hut in den Ring. Der 56-Jährige betreibt seit 25 Jahren ein Planungsbüro in Lübeck und war davor sieben Jahre lang in der Kommunalverwaltung von Bad Oldesloe beschäftigt. Der gebürtige Lübecker entschied sich für die Kandidatur, als er von den Bewerbungen der Konkurrenten erfuhr, berichtet er. „Beide sind Kandidaten, die bereits im Rathaus und in der Verwaltung verankert sind. Aber Lübeck benötigt eine unparteiische und unabhängige Kraft für einen Neuanfang.“

Zwei Jahre lang, bis 2014, war Stolzenberg Mitglied der Piratenpartei, eine Weile vertrat er diese Partei auch im Bauausschuss der Hansestadt. Für die anstehende Wahl präsentiert er sich als unabhängiger „Bürgerkandidat“. Statt auf parteipolitischer Unterstützung will er auf die Nähe und das Gespräch mit Vereinen, lokalen Initiativen und den Bewohnern der Stadt setzen. Als Bürgermeister möchte er sie mehr und intensiver an wichtigen Entscheidungen beteiligen. „Partizipation, Konsultation, das sind Stichworte, die in Lübeck viel zu kurz kommen. Man hat den Eindruck, dass die Verwaltung gegen die Bürger handelt“, kritisiert er und erwähnt umstrittene Maßnahmen wie die Erhöhung der Erbbaurechte und der Straßenreinigungsgebühren, die Einführung der Tourismusabgabe oder die Umgestaltung der Untertrave.

Seine Lösung: Das Fachwissen und die Einsichten der Bewohner müssen durch mehr Bürgerbeteiligung miteinbezogen werden. Auch in Finanzfragen. „Ich möchte gerne in Richtung Bürgerhaushalt gehen. Also dass man über die Prioritäten bei den Ausgaben in der Öffentlichkeit diskutiert und die Entscheidungen nicht nur den 49 Bürgerschaftsabgeordneten überlässt.“ Auch wenn die Kassenlage ernst ist, gebe es „durchaus Spielräume, um Aufgaben zu erfüllen, die der Lebensqualität der Menschen dienen“, findet Stolzenberg. „Soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Teilhabe, bezahlbarer Wohnraum und attraktive Mobilität müssen stärker beachtet werden“, fordert er. Geld wäre dafür vorhanden, wenn die Hansestadt auf Prestigeprojekte wie die Sanierung der MuK oder den Umbau des Buddenbrookhauses verzichten würde.

Mit diesem Wahlprogramm rechnet er sich durchaus gute Chancen für die Bürgermeisterwahl aus. „Ich staune selbst, wie groß die Unterstützung für meine Vorschläge ist. Denn es gibt in Lübeck tatsächlich einen großen Bedarf an Veränderungen. Und als unabhängiger Kandidat mit Erfahrungen in der Stadtplanung und in der Stadtverwaltung fühle ich mich gut in der Lage, diese Veränderungen zu begleiten.“ SDF

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