DVB-T2: Antennen-Fernsehen wird teurer

Am 29. März wird im Norden die bisherige Antennenübertragung DVB-T abgeschaltet. Wer kein Empfangsgerät mit DVB-T2 H besitzt, wird dann nur einen schwarzen Bildschirm sehen.

Um weiterhin fernzusehen, muss man Geld in die Hand nehmen und neue Technik besorgen: entweder einen Fernseher oder ein externes Empfangsteil mit dem grünen Logo DVB-T2 HD. Die günstigsten Set-Top-Boxen kosten ab 40 Euro, die am besten ausgestatteten schlagen mit 250 Euro zu Buche.
Aber das ist noch nicht das Ende der Rechnung. Denn die privaten Fernsehkanäle werden ihre Sendungen dann ausschließlich in High Definition (HD) verschlüsselt ausstrahlen. Um sie zu sehen, muss man ab Juli 2017 eine Gebühr entrichten: 69 Euro im Jahr und pro Fernsehgerät. Dann guckt man rund 15 Programme wie RTL, Sat1, Pro7, Vox, Kabel1, N24 oder Eurosport in bester Auflösung. Die privaten Anbieter rechtfertigen die Gebühr mit den deutlich höheren Kosten für HD-Fernsehen.

Die bisherige Antennentechnik in einfacher Auflösung (Simple Definition, SD) wird eingemottet. Sie wird abgeschaltet, weil die entsprechenden Funkfrequenzen nicht mehr verfügbar sind.

Die gut 15 öffentlich-rechtlichen Sender (ARD, NDR, ZDF, Arte, 3Sat usw.) sowie das private BibelTV werden für ihre HD-Programme keine zusätzlichen Gebühren verlangen. Wer über Satellit, Kabel oder Internet fernsieht, braucht nichts zu unternehmen. Da ändert sich nichts.

Mit zwei Logos sieht man besser

DVB-T2 HD Ende des Monats zwingt die Fernsehzuschauer dazu, neue Geräte zu besorgen: entweder Fernseher mit eingebautem DVB-T2-Tuner oder externe Empfänger, die zwischen Antennendose und Fernseher gesteckt werden. Beim Kauf muss man auf Folgendes achten:

DVB-T2 HD: Das grüne DVB-T2 HD-Logo garantiert, dass das Gerät der neuen Übertragungstechnik entspricht. Damit kann man sämtliche öffentlich-rechtliche Fernsehkanäle in HD-Qualität ohne zusätzliche Kosten empfangen.

Freenet TV: Möchte man auch private Fernsehkanäle (RTL, VOX, Sat1, Pro7, n-tv, Kabel 1 usw.) sehen, muss man Empfänger mit dem zusätzlichem Logo von Freenet TV wählen. Nur diese Modelle können das verschlüsselte Funksignal der privaten Sender in HD-Qualität entziffern. Bis Ende Juni sind diese TV-Programme kostenlos, ab Juli 2017 ist eine Gebühr fällig: 69 Euro pro Jahr und Gerät.

Irdeto: Das Privatfernsehen in HD-Qualität wird am einfachsten mit dem Irdeto-System freigeschaltet. Dazu braucht man die elfstellige Erkennungsnummer auf der Rück- oder Unterseite des DVB-T2 HD-Empfängers. Nach dem Kauf einer Freenet.tv-Karte im Handel oder Online meldet man die Nummern der Karte und des Geräts auf der Internetseite www.freenet.tv oder über eine telefonische Hotline an.

LAN/WLAN: Nutzer von Mediatheken oder Video on Demand greifen zu Empfängern mit einem Ethernet-Anschluss, um den Receiver mit dem Internet zu verbinden. Die meisten Mittelklasse-Geräte verfügen über eine solche LAN-Büchse. Modelle mit drahtloser Verbindung (WLAN) sind hingegen recht selten.

PVR ready: Um Sendungen aufzuzeichnen, benötigt man Empfänger, die zumindest einen USB-Anschluss und die Funktion Personal Video Recorder (PVR) besitzen. Dann kann man ein externes Speichermedium (Festplatte oder USB-Stick) mit dem Gerät verbinden. In kostspieligeren Receivers ab 250 Euro ist bereits eine interne Festplatte für das Videorecording eingebaut. SDF

Weitere Informationen zur Umstellung auf DVB-T2 HD unter www.dvb-t2hd.de

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Eine Antwort auf „DVB-T2: Antennen-Fernsehen wird teurer“

  1. Timo sagt:

    Was mich irgendwie an DVB-T2 nervt ist, das der Empfang überall schlechter geworden ist oder? Ich nutze das ganz gerne mal um unterwegs am Notebook fernseh zu gucken. Aber es gibt viele Ecken wo ich vorher gut gucken konnte und wo nun nur noch die öffentlich-rechtlichen Sender zu empfangen sind.

    Wenn ich einen Empfangscheck mache, dann sagt mir das DVB-T2 Portal von Freenet auch dauernd, dass eine Außenantenne nötig ist. Das war bei DVB-T nicht so.

    So wie es im Moment ist, werde ich das Abo nach den drei kostenlosen Testmonaten nicht verlängern. Denn in den meisten Gegenden wo ich es nutzen möchte bekomme ich die privaten Sender eh nicht rein…

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