„Vorhang auf für Fiete“

Ein Dauerbrenner: Das Stück „Störtebeker“ stand jahrzehntelang auf dem Spielplan des Lübecker Marionettentheaters von Fritz Fey sen. (Sergio Di Fusco)

Ausstellung erinnert an Fritz Fey senior und 40 Jahre Lübecker Marionettentheater.

Für manche ist es bestimmt ein Wiedersehen mit Kindheitserinnerungen. Im Theaterfigurenmuseum Lübeck begegnen sie Puppen und Marionetten, die sie womöglich schon lange kennen. Die Störtebeker-Piraten zum Beispiel, die mit ihren hölzernen Klumpen Jahrzehnte lang auf der Bühne des Lübecker Marionettentheaters standen. Fiete Appelschnut mit Hund Bello und Freund Hein Segelohr hat mancher damals junge Fernsehzuschauer noch im Gedächtnis. Nun sind diese Marionetten und viele andere mehr in der Sonderausstellung „Vorhang auf für Fiete“ zu sehen. Sie würdigt das Werk von Fritz Fey senior (1912-1986), der am 1. April 1977, vor 40 Jahren also, das Lübecker Marionettentheater im Kolk eröffnete.

Mit ihren Inszenierungen brachten er und seine Frau Ingeborg Kindern und Erwachsenen nicht nur Räuberpistolen und deutsche Märchen, sondern auch nordische Sagen, fernöstlichen Erzählungen sowie Mozarts Opern und Goethes „Urfaust“ näher. Feys Puppentheater galt als vollwertig kultureller Beitrag. Die Figuren, Bühnenbilder und Requisiten für sieben dieser Stücke sind nun in der Ausstellung bis zum 23. April vom Nahe zu sehen. „Seit 2016 befindet sich der Fundus des Lübecker Marionettentheaters von Fritz Fey sen. Als Dauerleihgabe in unserer Sammlung“, sagt die Leiterin des Theaterfigurenmuseums Antonia Napp. „Wir freuen uns, diese – vielen Lübeckern noch präsenten – Inszenierungen nun erstmals auszustellen und historisch einzuordnen.“ Fritz Fey sen. hatte 1944 im Lazarett begonnen, Handpuppenköpfen zu schnitzen. Dabei fand der Autodidakt seine Berufung als reisender Puppen- und Marionettenspieler. In der Nachkriegszeit wanderte der gebürtige Eutiner mit Pferdefuhrwerk und Fahrrad, später mit einem Auto quer durch Norddeutschland. 1977 ließ er sich in Lübeck nieder und eröffnete im Kolk – mit Hilfe der Possehl-Stiftung – das Marionettentheater. Nach seinem Tod führte Ehefrau Ingeborg die Spielstätte bis 2006.

Das Vierzigjährige von Feys Marionettentheater ist nicht das einzige Jubiläum, das in diesem Jahr gefeiert wird. Denn vor 35 Jahren gründete Fritz Fey junior, der Sohn des Puppenspielers, das Theaterfigurenmuseum und übergab ihm einen großen Teil seiner Sammlung. Vor genau zehn Jahre lüftete das benachbarte, neue Lübecker Marionettentheater zur ersten Mal den Vorhang. Zu diesem Anlass wird es vom 14. bis zum 16. Juli im Kolk ein Sommerfest geben. SDF

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