Mehr Wohncontainer als benötigt

In der Containeranlage an der Kaltenhöfer Straße leben zurzeit 40 Menschen. (ES)

Bad Schwartau hat mehr Kapazitäten als jetzt noch notwendig sind. Viele Flüchtlinge suchen vergeblich nach einer Wohnung.

Eine Wohnung zu finden ist für viele Flüchtlinge ein drängendes Thema. „Es ist der häufigste Anlass für Menschen, unsere Sprechstunde aufzusuchen“, sagte Lena Middendorf, Koordinatorin der Flüchtlingshilfe in Bad Schwartau, in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses. „Das Wohnen in den Containern ist keine Freiwilligen-AG – das muss man ganz klar so sagen“, so die Mitarbeiterin der Lebenshilfe Ostholstein.

Für Probleme in den Gemeinschaftswohnanlagen sorgen die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe, die verschiedenen Sprachen und die unterschiedlichen Tag- und Nachtrhythmen – vor allen von Familien und Alleinstehenden. Schwierige Konstellationen können sich auch durch Konflikte zwischen Christen und Moslems ergeben – nicht zuletzt, wenn sie konvertiert sind.

Es gebe auch einzelne Erfolgsgeschichten bei der Suche nach Wohnraum. Doch diese seien durch die Situation auf dem Wohnungsmarkt begrenzt. „Je größer die Familie, desto größer ist das Problem“, erklärte Lena Middendorf. Es gibt keine Wohnungen auf dem freien Markt, bestätigte Timo Michaelsen, Leiter des Amtes für Bildung, Sport, Soziales und Kultur.

Die Containeranlagen an der Pohnsdorfer und Kaltenhöfer Straße hat die Stadt Bad Schwartau noch ein Jahr gemietet. Die Frage sei, ob die Stadt diese weiter anmietet. Zurzeit leben dort 60 Personen.

Der Stadt sollten ursprünglich viel mehr Menschen zugewiesen werden, so dass entsprechender Wohnraum vorgehalten werden musste, der nun nicht benötigt wird. Für die dort untergebrachten Personen gebe es aber keine freien Wohnungen, die angemietet werden könnten. 2016 wurden 128 Menschen aufgenommen, in diesem Jahr bisher nur drei. Die meisten Asylbewerber kommen aus Syrien (43 Prozent), Irak (26 Prozent) und Afghanistan (zehn Prozent).

Mit den Kosten für die Unterbringung der Asylbewerber hat die Stadt Bad Schwartau bisher ein Minus von zweieinhalb Millionen Euro gemacht. Unklar ist zurzeit noch, inwieweit die Stadt Bad Schwartau finanzielle Unterstützung von Land und Bund erhält. ES

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