FF Stockelsdorf: Hitzige Diskussion auf der Jahreshauptversammlung

Wehrführer Dennis Wichelmann (li.) und sein Stellvertreter Roland Becker (re., ebenfalls befördert), mit den beförderten Kamreaden der Freiwilligen Feuerwehr Stockelsdorf vor dem Gerätehaus im Bäckergang. (HÖ)

Die Blauröcke aus dem Bäckergang fühlen sich gegenüber der Morier Feuerwehr benachteiligt, weil sie nicht mehr generell zu Standardfeuern alarmiert werden.

Sinkende Einsatzzahlen im vergangenen Jahr lassen auf ein ruhiges abgelaufenes Jahr der Freiwilligen Feuerwehr Stockelsdorf schließen. Hatten die Blauröcke noch im Jahr 2015 insgesamt 122 Einsätze zu verzeichnen, so sank die Zahl im abgelaufenen Jahr leicht auf 114 ab. „Die Einsatzzahlen sind ähnlich“, verkündete Wehrführer Dennis Wichelmann.

Im Vergleich zu 2014, wo es 64 Einsätze zu verzeichnen gab, ist das nachvollziehbar.

Die meisten Einsätze erfolgten im Tagesverlauf, also während der Arbeitszeit der ehrenamtlichen Brandschützer. Neben Einsätzen bei Bränden im Nelkenweg und am Abacolino sowie in Timmendorfer Strand beim Brand des Nautic mussten die Blauröcke überwiegend zu Hilfeleistungen ausrücken.

Leider gab es bei den Fehlalarmierungen einen erheblichen Anstieg, deren Ursache Wichelmann nicht nur den Brandmeldeanlagen, sondern auch dem neuen Alarmierungsprogramm der Einsatzleitstelle zuschrieb. „Cobra 4 und deren Bereichsfolgen haben uns im vergangenen Jahr beschäftigt und tun es auch heute noch“, so Wichelmann.

In seinem Jahresbericht ergänzte der Hauptbrandmeister zudem: „Die Alarmierung in der Gemeinde Stockelsdorf wurde mehrfach bearbeitet und ist meiner Meinung nach bis heute nicht optimal. Vielleicht kommt ja eine Verbesserung mit der objektbezogenen Alarmierung.“ Was in der Zusammenfassung noch harmlos klang, wurde unter dem Tagesordnungspunkt Anfragen und Mitteilungen deutlich. In der Wehr herrscht Unzufriedenheit.

Kritisiert wurde von mehreren Feuerwehrleuten, dass die Stockelsdorfer Wehr zu Standardbränden nicht mehr alarmiert werde, sondern nur noch als Reserve fungiere. Hintergrund ist, dass die Freiwillige Feuerwehr Mori in der Ausrückeordnung für den Tageseinsatz 18 Einsatzkräfte meldet und damit zwei Züge sicherstellen kann. Die Stockelsdorfer hingegen können nur 15 Einsatzkräfte stellen.

Trotz mehrfacher Aufforderung der Feuerwehrleute hat Gemeindewehrführer Günter Volgmann ihrer Meinung nach nicht angemessen reagiert und sie forderten ihn nachdrücklich auf, die Wehr „gemäß ihrer Ausrüstung“ einzusetzen. „Das hat auch mit dem Respekt gegenüber der Feuerwehr zu tun“, so die einhellige Meinung. Die Motivation der Truppe sinke.

Volgmann erklärte, dass er sich bei den Einsatzberichten im Hinblick auf die eingesetzten Feuerwehrleute auf die Zuverlässigkeit seiner Wehrführer verlasse. „Es muss außerdem auch immer die Verhältnismäßigkeit der Mittel gewahrt bleiben“, so Volgmann. Er könne nicht beide Wehren alarmieren lassen, „da spielen dann irgendwann auch die Arbeitgeber nicht mehr mit“. In den kommenden Wochen soll es Gespräche mit den Wehrführungen geben und eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. HÖ

Beförderungen und Ehrungen
Auf der Jahreshauptversammlung wurden die Feuerwehrmänner Benjamin Ahrens, Patrick Bornhold, Lucas Fischer, Florian Krüger Sebastian Paasch und Christian Wengatz zum Oberfeuerwehrmann befördert. René Andersch, Maximilian Brandes, Samet Savac und Thore Trampenau wurden vom Oberfeuerwehrmann zum Hauptfeuerwehrmann ** befördert. Zum Löschmeister wurden Florian Riepenhausen und Roland Becker befördert. Brandschnallen als Auszeichnung für ihre langjährige Mitgliedschaft erhielten Samet Savac und Dennis Grube für zehn Jahre, Jan Kruse für 20 Jahre und Karl Grube für 30 Jahre.

Heinrich Kibbel, der 70 Jahre Mitglied ist, war nicht anwesend.

Teile diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.