SPD schickt Jan Lindenau ins Rennen

Jan Lindenau überzeugte mit seiner Bewerbungsrede die Mehrheit der Delegierten. (Fotos: Sdf)

Der 37-jährige Fraktionschef bewirbt sich um das Bürgermeisteramt.

Die Lübecker SPD hat am Sonnabend Jan Lindenau zum Kandidaten für die Bürgermeisterwahl ernannt. Die 96 Delegierten des Kreisparteitags wählten den Vorsitzenden der SPD-Fraktion in der Lübecker Bürgerschaft mit klarer Mehrheit, er bekam 54 Stimmen. Die Mitbewerberin Konstanze Wagner erhielt 41 Stimmen. Ein Delegierter enthielt sich. Jan Lindenau freute sich über das Ergebnis: „Ich hatte mit einem knapperen Wahlausgang gerechnet.“

In seiner Bewerbungsrede hatte Lindenau seine profunde Kenntnis der Lübecker Politik und Verwaltung unter Beweis gestellt. Über 20 Minuten lang präsentierte er konkrete Vorschläge, um die Probleme zu lösen, die die Hansestadt plagen. Insbesondere bekannte er sich zu einem offenen und klaren Dialog mit den Bürgern und zu einem besseren Service. Dabei sprach er die Möglichkeit an, die Stadtteilbüros wieder zu öffnen und die Ortsräte neu zu beleben. Klar bekannte er sich zum Erhalt der Senioreneinrichtungen.

„Lübeck hat jahrelang den Flughafen mit vielen Millionen Euro unterstützt. Es kann auch die zwei Millionen Euro Defizit für diese städtischen Einrichtungen tragen.“

Auch den sozialen Wohnungsbau will er als zukünftiger Bürgermeister vorantreiben. Die vorgeschriebene Quote von 30 Prozent Sozialwohnungen bei Neubauprojekten soll nicht nur erfüllt, sondern – wenn möglich – noch gesteigert werden. Um all das zu finanzieren, möchte sich Lindenau auch um die Wirtschaft und die Gewerbeansiedlung kümmern.

Lindenaus Rede für soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Entwicklung kam bei den Delegierten sehr gut an. Sie würdigten sie mit langen Standing Ovations.

Verhaltener fiel der Applaus für Konstanze Wagner aus. Die Juristin und Tochter der langjährigen Vorsitzenden der Possehl-Stiftung, Renate Menken, lebt erst seit einem Jahr wieder in Lübeck und ist zurzeit Regierungsrätin in Hamburg. Sie entwarf ein weniger detailliertes Bild vom Lübeck der Zukunft. Die 36-Jährige fand jedoch durchaus starke Unterstützung. Als junge, sympathische Frau, die nicht in die Grabenkämpfe der Lokalpolitik verwickelt ist, erschien sie insbesondere den SPD-Frauen besser geeignet, um die Wähler zu überzeugen. Die Bundestagabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm etwa meinte: „Konstanze Wagner ist die richtige Antwort der SPD auf die Kandidatin der CDU und Co.“ Die Lindenau-Unterstützer hoben indes den Einsatz, die Erfahrung und das soziale Engagement des 37-Jährigen hervor. Und sie schickten ihn mit klarer Mehrheit in das Wettrennen für den Bürgermeisterstuhl.

So wird es Ende des Jahres, sofern keine weiteren Kandidaten ins Rennen um die Nachfolge von Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) gehen, wieder zu einem Duell zwischen Kathrin Weiher (parteilos) und Jan Lindenau kommen. Bei der Wahl für einen Senatorenposten vor zwei Jahren unterlag der SPD-Mann nur ganz knapp. Nun ist er zuversichtlich, den „Import aus Goslar“ zu schlagen. „In den zwei Jahren, seitdem sie in Lübeck ist, hat sie viel verstanden und nichts erreicht.“ SDF

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