Ein streitbarer Macher

Schon damals im Weihnachts-Modus: Wolfgang Hovestädt bei einer Demonstration gegen die Fährpreise im Jahr 2009. (HN)

Der Travemünder Wolfgang Hovestädt versteht es, seine Ideen durchzusetzen. Jüngstes Beispiel ist der Weihnachtsmarkt.

Im Jahre 2009 legte er sich bei monatelangen Demonstrationen praktisch mit der gesamten Lübecker Lokalpolitik an. Seitdem fahren Priwallbewohner gratis mit der Fähre. Vier Jahre später verlegte er sich aufs Theater, stritt sich medienwirksam mit der damaligen Kultursenatorin über angeblich falsch installierte Scheinwerfer. Und betreibt doch bis heute mit dem Verein Kulturbühne ein erfolgreiches Theater in Travemünde. Wer zu Wolfgang Hovestädt „Nein“ sagt, muss sich zumindest auf ein Echo gefasst machen. So erging es jetzt der städtischen Marketinggesellschaft und dem Travemünder Kurbetrieb. Denn zusätzlich zu Deutschlands größtem Shanty-Festival will der Vereinschef jetzt auch noch einen durchgehenden Weihnachtsmarkt in Travemünde etablieren (der Wochenspiegel berichtete).

Doch die Touristiker der Stadt sorgten sich um die Rasenflächen auf der Tornadowiese und im Brügmanngarten. Stattdessen, so berichtete Wolfgang Hovestädt, seien ihm abgelegene Flächen an der Schule am Meer, am Kowitzberg und im Gewerbegebiet Dreilingsberg angeboten worden. Die Kulturbühne suchte Hilfe bei der Politik und verschickte Pressemitteilungen, verkündete schließlich das „Aus“ für den Weihnachtsmarkt, was für Empörung in den sozialen Netzwerken sorgte. Drei Tage später ging dann die nächste Pressemitteilung raus: Es sei doch noch nicht ganz zu spät, falls die „verantwortlichen Flächenvergeber sich entschließen sollten “ Noch am selben Tag knickte die städtische Marketinggesellschaft ein, der Weihnachtsmarkt darf stattfinden, wie gewünscht im Brügmanngarten, vom 23.

November bis 21. Dezember.

Der Trubel hat sich kaum gelegt, da ist Wolfgang Hovestädt schon mitten in der Programmplanung. Immerhin sollen in einem großen „Unterhaltungszelt“ Künstler auftreten, die langfristig gebucht sein wollen. Und auch mit den Schaustellern sind Gespräche zu führen. „Es soll doch ein wirklich großartiges Ereignis werden, mit Fackelumzug am Nikolaustag für die Kinder und und und…“, verspricht er. HN

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