Possehlbrücke: Studie für eine Behelfsbrücke kommt

Ein Ampel-Experiment und eine Machbarkeitsstudie: Mit diesen zwei Maßnahmen will die Hansestadt die Folgen der halbseitigen Sperrung der Possehlbrücke lindern. Denn die Bauarbeiten verlängern sich, die Kosten steigen, und viele Lübecker sind es die langen und verstopften Umfahrungen leid. Insbesondere die Unternehmer im Gewerbegebiet Genin sind von der Sperrung betroffen. Die Mitglieder des Vereins Wir in Genin hatten in offenen Briefen an den Bürgermeister die dramatischen Folgen für ihre Betriebe und die Volkswirtschaft geschildert.

Nun hat die Verkehrsverwaltung zwei Maßnahmen vorgeschlagen. Eine Baustellen-Wechselampel wird im April den Verkehr in beiden Richtungen probeweise erlauben. Und eine Machbarkeitsstudie für eine Behelfsbrücke mit Zweirichtungsverkehr wird in Auftrag gegeben. Rund 30000 Euro soll die Expertise kosten und Anfang März vorliegen.

Die Baupolitiker waren in ihrer jüngsten Sitzung mit beiden Vorschlägen einverstanden. Ihr Unmut über das Vorgehen der Verkehrsverwaltung war jedoch deutlich. Ulrich Brock (CDU) zeigte sich sehr enttäuscht. „Es hätte schon am Anfang eine Machbarkeitsstudie für eine Behelfsbrücke gemacht werden müssen.“ Ulrich Pluschkell (SPD) legte nach: „Wir machen jetzt eine Machbarkeitsstudie, obwohl die Verwaltung uns immer wieder gesagt hat: Wir haben es geprüft, geprüft, geprüft.“ Die städtischen Verkehrsplaner hatten in der Tat wiederholt erklärt, dass eine Notbrücke nicht sinnvoll sei. Ihre Begründung: Die Realisierung sei sehr schwierig, weil die Baustelle sehr komplex und der Platz knapp sei. Ihre Errichtung würde schätzungsweise ein Jahr dauern und wahrscheinlich 3,5 Millionen Euro kosten. Beim jetzigen Zeitplan der Baumaßnahme würde sie nur vier Monate im Betrieb bleiben.

Für Gregor Voth (Freie Wähler) klang die Entscheidung für eine Machbarkeitsstudie nach einem faulen Kompromiss, um die Gemüter der Geniner Unternehmer zu besänftigen. „Angesichts der Kosten und der kurzen Nutzung der Behelfsbrücke sehe ich nicht, dass die Voraussetzungen für ihre Realisierung gegeben sind“, sagte er und enthielt sich der Stimme. Mit Nein votierten beide Vertreter der BfL. „Ich bin dagegen, 30000 Euro für etwas auszugeben, von dem man von vornherein weiß, dass es nicht funktioniert“, sagte Dieter Rosenbohm.

Der Vorsitzende des Vereins Wir im Genin, Detlef Zielke, begrüßte indes die Entscheidung. „Wir glauben nicht, dass die Possehlbrücke Mitte 2018 fertig ist. Wir brauchen unbedingt die Behelfsbrücke.“ SDF

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Eine Antwort auf „Possehlbrücke: Studie für eine Behelfsbrücke kommt“

  1. Claus Kranert sagt:

    Ist schon peinlich wie lange der Bau dieser Brücke dauert… Vorallem da kaum Mitarbeiter an der Brücke zu sehen sind… Die Planung der Baustellen ist von unserem Amt schwach… Das ganze riecht mal wieder danach alles in die Länge zu ziehen um schön Geld auszugeben…

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