Eine zusätzliche Million fürs Schloss Eutin

Für Kinder soll das Schloss Eutin zur Schatzkiste werden, versprechen Christian Herzog von Oldenburg (links), Brigitta Herrmann und Dr. Eberhard Schmidt-Elsaeßer vom Stiftungsrat. (Graap)

Rekordbesuch, aber hohes Defizit: Schloss-Stiftung zieht gemischte Bilanz. Land fördert Modernisierung der Dauerausstellung bis 2020.

54510 Besucher zählte das Schloss Eutin 2016. „Die Landesgartenschau hat uns so viele Gäste wie noch nie gebracht. Sie hat das Schloss bei Touristen und Reiseveranstaltern weiter bekannt gemacht. Doch betriebswirtschaftlich war die Saison leider kein Erfolg“, zog Kulturstaatssekretär Dr. Eberhard Schmidt-Elsaeßer als Vorsitzender des Stiftungsrates am Mittwoch eine gemischte Bilanz der vergangenen Monate.

Von den fast 55000 Gästen hatten nur 16270 eine Eintrittskarte gekauft, die restlichen 38240 erhielten mit ihrem LGS-Ticket freien Eintritt ins Schloss. Die 114000 Euro Erstattung durch die Gartenschau konnten das Defizit aber nicht ausgleichen. Vor allem der hohe Personalaufwand schlug ins Kontor. „Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern sanken auf 90000 Euro, das entspricht einem Rückgang um 35 Prozent im Vergleich zu 2015“, so Schmidt-Elsaeßer. Der Verlust sei durch die Umwidmung von Landesbaumitteln und einer zusätzlichen Finanzspritze in Höhe von 120000 aufgefangen worden. „Wir hatten uns von den LGS-Besuchern eine häufigere Nutzung der Führungen und mehr Umsatz im Museumsshop versprochen. Dennoch hat sich der Shop gut entwickelt und die Einnahmen um 50 Prozent auf 92887 Euro steigern können. Fast verdoppelt haben sich auch die Einnahmen bei den Führungen. Sie betragen 22613 Euro“, so der Stiftungschef.

2017 wird das Land die finanzielle Ausstattung des Schlosses nochmals verbessern: Dann gibt’s 405000 Euro für den laufenden Betrieb, 30000 Euro für die Pflege des Küchengartens, 450000 Euro für Baumaßnahmen sowie 190000 Euro für die barrierefreie Gestaltung des Innenhofs. Zusätzlich konnte der Staatssekretär ein besonderes Bonbon für die Schloss-Stiftung verkünden: „Das Land wird die Kosten für die weitere Modernisierung der Dauerausstellung des Schlossmuseums übernehmen und in den nächsten vier Jahren insgesamt eine Million Euro für die schrittweise Umgestaltung investieren“, kündigte Schmidt- Elsaeßer an. Zu verdanken ist der Geldregen dem in Schleswig-Holstein erwirtschafteten Haushaltsüberschuss von einer halben Milliarde Euro, mit dem auch die kulturelle Infrastruktur gefördert werden soll. „Das ist gerechtfertigt, denn im Schloss Eutin, der kleinen Schwester von Gottorf, ist viel von der Geschichte Schleswig- Holsteins zu erleben.“

Stiftungsratsmitglied Christian Herzog von Oldenburg gab das Ziel für die nächsten Jahre aus: „Wir wollen die Verankerung des Schlosses als lebendiger Kulturort weiter vorantreiben und nachhaltig festigen.“ Angestrebt werden 2017 gut 30000 Besucher, die Saison wird Mitte März eröffnet.

„In diesem Jahr wird es keine Sonderausstellung geben, sondern wir stellen die Dauerausstellung und die Neupräsentation des restaurierten Antependiums – ein großer, kostbarer Altarschmuck aus dem 17.

Jahrhundert – in den Mittelpunkt“, blickte Geschäftsführerin Brigitta Herrmann voraus. Man habe sich vorgenommen, vor allem Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren für das Schloss zu begeistern. „Unter dem Titel ,Schlosskinder‘ gibt es von Mai bis Oktober an jedem Sonntag ein kostenfreies Angebot für Kids. Das kann eine Rallye, ein Bastelnachmittag oder eine Malstunde sein“, so Herrmann. Neben Einzelveranstaltungen im Sommer sind 2017 Events mit Partnerorganisationen sowie die Reihen „Herbstgeschichten“ und „Lebendiger Advent“ geplant.

Darüber hinaus arbeitet die Schloss-Stiftung gemeinsam mit der Sparkassen-Stiftung und anderen Akteuren aus der Stadt an einem Konzept für die langfristige Entwicklung des Küchengartens, der im vergangenen Sommer einer der Magneten der Landesgartenschau war. vg

Jeden Sonntag gibt’s für Kinder kostenlose Angebote.“
Teile diesen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.