Sonderheft über Schätze der Landesbibliothek

Gehören zu den Autoren der kurzweiligen und informativen Geschichten über die Eutiner Buchschätze: Anke Scharrenberg (links), Bibliotheksleiter Dr. Frank Baudach und Susanne Luber. (Graap)

Sonderheft gibt unterhaltsamen Querschnitt durch den Bücherbestand.

Seit zweieinhalb Jahren veröffentlicht die Kulturzeitschrift „Schleswig-Holstein“ regelmäßig Artikel über besondere Objekte, die in den Regalen schlummern. Das i-Tüpfelchen markiert jetzt ein Sonderheft, das ausschließlich der biblophilen Schatzkammer in Eutin gewidmet ist.

Alles begann im Sommer 2014, als ein üppig bebilderter Artikel über die Institution Landesbibliothek erschien. „Das hat uns auf die Idee gebracht, einzeln Prachtstücke aus der Sammlung in einer Reihe vorzustellen. Wir schlagen das Buch auf und erzählen reich bebildert die Geschichte, die dahinter steckt“, erläutert Herausgeber Gerd Warda. Die Berichte haben größtenteils die Mitarbeiter der Landesbibliothek selbst verfasst. „Besonders gefallen hat uns, dass die Artikel nicht nur fachlich höchst kompetent geschrieben sind, sondern auch kurzweilig zu lesen sind“, ergänzt Chefredakteur Kristof Warda. Es sei wunderbarer Lesestoff, der auch viel über Schleswig-Holstein und andere Länder erzähle.

Das Themenheft bietet einen unterhaltsamen Querschnitt durch die Bestände der Bibliothek. Präsentiert werden 14 Artikel über Bücherperlen aus dem 17. bis 20. Jahrhundert sowie Berichte über spezielle Buchgattungen und historische Ereignisse. „Wir haben die Bücher nicht nur nach ihrem materiellen Wert, sondern auch unter dem Aspekt ausgewählt, ob sie etwas Interessantes über die Zeit, in der sie entstanden sind, aussagen. Ob etwa politische und soziale Verbindungen aufgezeigt werden“, meint Mitautorin Susanne Luber.

Das älteste und kostbarste vorgestellte Druckwerk – es wurde einmal mit zwei Millionen Euro versichert – ist das Blumenbuch der Maria Sibylla Merian, von dem es weltweit weniger als ein Dutzend Exemplare gibt. Es stammt aus dem Jahr 1675. Die Malerin, Kupferstecherin und Insektenforscherin versuchte, dem Bauplan der Natur auf die Spur zu kommen. Selten ist auch ein Erinnerungsbuch von Hamburger Schülern, die 1908 eine Klassenfahrt auf die Kanarischen Inseln unternahmen. Im wilhelminischen Kaiserreich war so ein Abenteuer außergewöhnlich. Illustriert wurde der Reisebericht von Studenten der Kunstgewerbeschule mit Holzschnitten. Nicht minder kurios mutet auch ein Reisebericht aus dem Amerika der 1950er-Jahre an. Damals staunten die Leser in Deutschland etwa über Supermärkte und Großraumbüros. Die Beschreibungen klingen heute wie ein Blick in die Zukunft.»Das 68 Seiten starke Themenheft zur Eutiner Landesbibliothek kostet 8,50 Euro und ist vor Ort, im Ostholstein-Museum, im Schloss Eutin, in der Buchhandlung Hoffmann sowie auch im Internet unter  www.schleswig-holstein.sh erhältlich. vg

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