Hansemuseum auf gutem Kurs

Mit einem Ablassbrief aus dem Jahr 1469 kündigen EHM-Leiterin Felicia Sternfeld und Kurator Tillmann Bendikowski die Ausstellung „Geld.Macht.Glaube“ an. Ab September wird sie die wirtschaftlichen Aspekte der Reformation erleuchten. (SDF)

Am Ende seines ersten ganzen Jahres zieht das Museum eine positive Bilanz.

Auf einer Pressekonferenz freute sich die Direktorin des Europäischen Hansemuseums (EHM), Felicia Sternfeld, über „die positive Resonanz: Rund 113000 Gäste besuchten 2016 das Museum.“ Das klang nur verhalten optimistisch. Denn die Besucherzahlen fielen doch etwas kleiner aus als eine Zielmarke, die die Direktorin beim ersten Jahrestag der Eröffnung in Sommer 2016 erwähnt hatte: Sie hatte damals von einer Benchmark von 125000 bis 130000 Besuchern gesprochen. In den ersten zwölf Monaten, als das neue Kulturhaus von Neugiereffekt und prominenten Gästen stark profitierte, waren 145000 Menschen mit dem gläsernen Aufzug in die Ausstellungsräume hinabgestiegen. Auf Nachfrage wollte das Europäische Hansemuseum die aktuellen Zahlen nicht näher bewerten. „113000 Besucher, das ist eine Superzahl. Für jedes Museum, das über 100000 Besucher hat, ist es eine Superzahl“, sagte Felicia Sternfeld. Zum Vergleich: Die städtischen Museen konnten im vergangenen Jahr zusammen 220000 Gäste verzeichnen.

Die Menschen, die das Museum an der Untertrave besichtigt haben, schienen die Inszenierung der Hansegeschichte indes zu genießen. Neun von zehn Besuchern würden das EHM weiter empfehlen; und über die Hälfte verweile über drei Stunden lang vor den Exponaten, betonte die Museumsleiterin. „In unserer schnelllebigen Zeit finde ich bemerkenswert, dass die Leute sich so lange, so intensiv mit der Geschichte der Hanse beschäftigen.“

Das Museum kündigte auch zwei spannende Sonderausstellungen für das kommende Jahr an. Mit „Geld.Macht.Glaube“ wird das Haus ab September 2017 die komplexen wirtschaftlichen Aspekte der Reformation beleuchten. Im Reformationsjahr beschäftige sich sonst niemand mit diesem Thema, betont der Ausstellungskurator, der Hamburger Historiker Tillmann Bendikowski. „Der zentrale Anlass für Martin Luthers Reformation war ja der Ablasshandel. Das war ein Riesengeschäft in ganz Europa. Und wir wollen die ganze Wertschöpfungskette vom kleinen Bauermädchen vor den Toren Lübecks bis zum Bau des Petersdoms darlegen.“ Schon im Mai wird das EHM – zusammen mit dem Zeeuws Museum aus Middelburg (Niederlande) – die Ausstellung „Pin it! #Tragezeichen #Mittelalter #SocialMedia“ eröffnen. Sie wird die Parallelen zwischen den religiösen und profanen Symbolbroschen des Mittelalters mit den Hashtags und den Emojis moderner digitaler Kommunikation aufweisen.

In ihrer Jahresbilanz hob Museumsleiterin Felicia Sternfeld auch die rasch entwickelten Kooperationen hervor. „Wir freuen uns sehr, dass das Europäische Hansemuseum so gut angenommen wird und nach so kurzer Zeit nicht nur eine wichtige Rolle im kulturellen Leben Lübecks, sondern auch in der nationalen Museumslandschaft spielt.“ SDF

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Eine Antwort auf „Hansemuseum auf gutem Kurs“

  1. Olaf Chlund sagt:

    Ich war im Sommer, mit meiner Schwester im neuen Hansemuseum. Wir waren völig begeistert, über das interaktive Konzept, mit dem den Leuten Geschichte näher gebracht wurde. Immer wieder gerne

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