Eine Ampel für die Possehlbrücke

Die Stausituation wegen der Possehlbrückensanierung soll probeweise durch eine Baustellenampel entschärft werden. (Holger Kröger)

Baustellenampel könnte den Verkehr in beide Richtungen ermöglichen – Probebetrieb startet in April.

Für die staugeplagten Autofahrer, die die halbseitig gesperrte Possehlbrücke umfahren müssen, leuchtet ein Silberstreif am Horizont. Und zwar in Form einer Ampel. Die Wechselampel soll den Verkehr über diese wichtige Querung in beiden Richtungen – probeweise – erlauben. Und zwar ab April, wenn die Feuerwehr mit dem Experiment einverstanden ist. Das ist das Ergebnis eines Treffens zwischen der Stadtspitze und Vertretern der Gewerbetreibenden in Genin.

„Wir nehmen ihre Sorgen und Nöte sehr ernst“, sagte Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) zu den sieben Vertretern des Vereins „Wir in Genin“ beim Runden Tisch im Rathaus. Dabei wurden zwei Vorschläge diskutiert. Zuerst wird eine Baustellen-Wechselampel vier Wochen lang eingerichtet. Sie war bisher nicht in Erwägung gezogen worden, weil die Bauverwaltung als Folge massive Staus am Berliner Platz und am Lindenteller erwartet. Sollten sich die Befürchtungen bewahrheiten, wird der Versuch sofort unterbrochen. In der Zwischenzeit will die Bauverwaltung die Machbarkeit einer Behelfsbrücke prüfen.

Für Detlef Zielke, den Vorsitzenden des Vereins „Wir in Genin“, ist die Ampelschaltung nur eine Notlösung. „Zufrieden sind wir erst, wenn die Behelfsbrücke steht.“ Die Bauplaner hatten diese Lösung bisher abgelehnt, weil sie teuer und das Bauvorhaben noch länger geworden wäre. Zielke ist anderer Meinung: „Wir haben ganz andere Kosten- und Bauzeitschätzungen.“ Er ist zuversichtlich, dass die Behelfsbrücke doch angelegt wird: „Wenn alle das wollen, dann kann man es auch schaffen.“ Erste Überlegungen dazu werden im Bauausschuss am Montag, 16. Januar, erörtert.

Die Possehlbrücke ist seit Mitte 2015 nur noch stadteinwärts befahrbar, da die marode Konstruktion durch ein neues Bauwerk ersetzt werden soll. Nur: die Bauarbeiten verzögern sich. Statt Anfang 2017 wird die neue Querung voraussichtlich erst Mitte 2018 fertig. Auch die Kosten sind gestiegen: von zwölf auf fast 15 Millionen Euro. Mehrmals hatten die Unternehmer im Gewerbegebiet Genin gegen die Sperrung protestiert. Sie klagen bereits über Umsatzeinbüßen von rund sechs Millionen Euro, da Kunden wegbleiben und Transportwege länger sind. SDF

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