Kostenlose Rechtsberatung erweitert

Die Rechtsanwältinnen Hildegard Przybyla (links) und Berit Ambrosius werden ab diesem Jahr von ihren Kollegen Johannes Meyer (hinten links) und Sven Markus Kockel bei der kostenlosen Rechtsberatung in der Gemeinde Timmendorfer Strand unterstützt. (AB)

Das Team wird auf vier Rechtsanwälte ausgebaut, ein zusätzlicher Beratungstag eingerichtet.

Schon seit einigen Jahren gibt es in Timmendorfer Strand das Angebot einer kostenlosen Rechtsberatung. Immer donnerstags standen und stehen die auf Zivilrecht spezialisierten Rechtsanwältinnen Berit Ambrosius und Hildegard Przybyla im wochenweisen Wechsel Ratsuchenden zur Seite. „Wir machen das seit fünf Jahren“, berichtet Hildegard Przybyla und ergänzt: „Davor und auch in unserer Anfangszeit wurden wir dabei zeitweise schon einmal von Kollegen unterstützt.“

Bei ihrer Arbeit werden sie ab diesem Jahr erneut von zwei Rechtsanwälten unterstützt. Dafür wurde montags ein zusätzlicher Beratungstag eingerichtet. Johannes Meyer kommt ursprünglich aus Hamburg, hat sich jetzt aber in Timmendorfer Strand niedergelassen und war bisher Fachmann für Kapitalertragsrecht. „Anfang 2016 habe ich meinen Schwerpunkt auf allgemeines Zivilrecht verlagert und versuche nun hier Fuß zu fassen“, erzählt er über sich.

Sein Kollege Sven Markus Kockel ist seit 33 Jahren Timmendorfer, war jedoch zeitweise in Rostock und Wismar tätig. „Dort habe ich Erfahrung im Strafrecht gesammelt, sehe meinen Schwerpunkt jetzt aber im Sozialrecht“, so Kockel.

„Dass es in Timmendorf immer mehr Nachfrage gibt, liegt sicher an der tollen Arbeit der beiden Damen“, lobt er seine Kolleginnen, obwohl die Fälle nach seiner Ansicht insgesamt wohl auch zugenommen haben. Er würde auch gerne die Bearbeitung auf die Timmendorfer Bürgerinnen und Bürger beschränken. Bürgermeisterin Hatice Kara (SPD) hielt allerdings dagegen: „Natürlich ist das Angebot in erster Linie für unsere Bewohnerinnen und Bewohner gedacht, aber wir weisen niemandem die Tür oder machen eine Ausweiskontrolle.“

Berit Ambrosius erinnert sich: „Zu Beginn kamen relativ wenig Hilfesuchende, das hat sich aber sehr verändert.“ Das Angebot würde nicht nur von Timmendorfern genutzt, sondern es kämen auch Menschen aus anderen Gemeinden. Hildegard Przybyla signalisiert dafür Verständnis: „Manchen ist es vielleicht angenehmer, dass man die Probleme nicht in der eigenen Gemeinde besprechen muss.“

Diese Probleme lägen überwiegend im sozialen Bereich und die Besucher seien häufig überfordert, beispielsweise bei der immer mehr um sich greifenden Abzocke oder Behördenschreiben zu verstehen und darauf entsprechend zu antworten. „Leider kommen sie auch manchmal zu spät“, weiß Berit Ambrosius und beide Rechtsanwältinnen raten daher, sich rechtzeitig an sie zu wenden, damit keine wichtigen Fristen versäumt würden oder man einen Rat bekommt, wer in einem speziellen Fall zuständig ist.

Die Beratungsstunden finden donnerstags mit den beiden Rechtsanwältinnen von 16 bis 17 Uhr im Timmendorfer Rathaus, Strandallee 42, Zimmer 41, statt. Immer montags, zur gleichen Zeit am gleichen Ort, sind dann dort die beiden neuen Rechtsanwälte anzutreffen. Eine vorherige Terminvereinbarung ist nicht möglich.

Hildegard Przybyla weist außerdem ausdrücklich darauf hin: „Für die Beratung ist kein Berechtigungsschein erforderlich und es wird auch keine Bearbeitungspauschale erhoben.“ AB

1 Kommentar zu "Kostenlose Rechtsberatung erweitert"

  1. Sandra Kaiser | 25. Oktober 2017 um 10:57 |

    Hallo und vielen Dank für den interessanten Artikel. Ich finde es gut zu wissen, dass Herr Kockel Erfahrungen im Strafrecht sammeln konnte. Generell ist es eine gute Sache eine kostenlose Rechtsberatung anzubieten, da sich bestimmt einige Menschen eine Rechtsschutzversicherung nicht leisten können.

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