Aufschlag für die Integration

Im Tennisclub Eutin wird Integration gelebt. Die Ausrüstung wurde gestiftet. (Jabs)

Integration durch Sport – Ausrüstung für den Eutiner Tennisclub.

Öcalan ist 14 Jahre alt. Seit einem Jahr ist Eutin das neue Zuhause des jungen Kurden, der vor einem Jahr mit zwei Brüdern aus der Stadt Kobane nach Deutschland geflohen ist. Eltern und Schwester sind noch in der Krisenregion. Mit Tennis war der Junge in seiner Heimat nie in Berührung gekommen. In Eutin schwingt er nun einmal wöchentlich den Schläger beim Tennisclub Grün Weiß (ETC). Im Rahmen des Projektes „Sport für alle“, das der Landesportverein zur Integration von Geflüchteten ins Leben gerufen hat, organisierte der ETC zwei Schnupperkurse im Januar und August, zehn Jugendliche wurden im Anschluss als beitragsbefreite Mitglieder aufgenommen. Öcalan ist einer von ihnen. Er besucht die achte Klasse der Malenter Gemeinschaftsschule, seine Lieblingsfächer sind Deutsch und natürlich Sport.

„Deutsch kann man in der Volkshochschule lernen, im Sport lernt man, einander zu verstehen“, mit diesen Worten verlieh Eutins Bürgervorsteher Dieter Holst jüngst auf der Weihnachtsfeier des Vereins dem Engagement des Eutiner Tennisclubs besonderes Gewicht. „Unser Ziel ist es, die geflüchteten Mädchen und Jungen leistungsabhängig in die Gruppen einzugliedern, damit es sich richtig schön mischt“, erklärt Jürgen Unger, Vorsitzender des ETC. Dass die Vereinsmitglieder hinter dem eingeschlagenen Weg stehen, zeige sich in deren Einsatzbereitschaft: So werden die Nachwuchssportler bei Bedarf zum Training gefahren und die notwenigen Hallenschuhe sind ganz unkompliziert durch die Eutiner Tennisspieler angeschafft worden. Als Unterstützung und Ansporn gab es nun Tennisshirts von der Provinzial-Versicherung, aus dem Integrationsfonds des LSV kamen neue Tennisschläger für die jugendlichen Flüchtlinge, und das Kaufhaus LMK sponserte für alle Nachwuchssportler Vereinsshirts. Ein richtiges Geschenkpaket im Wert von 450 Euro mit Ausrüstung, Fortbildungsgutscheinen und einem finanziellen Zuschuss hatte Malena Kittmann von der Sportjugend Schleswig-Holstein mitgebracht.

AJ

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